<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-21434845</id><updated>2012-01-30T16:18:33.274+01:00</updated><category term='Zentralbank'/><category term='Geld'/><category term='Notenbank'/><category term='Wirtschaft'/><title type='text'>Wirtschaft und Geld</title><subtitle type='html'>Dieser Blog beschäftigt sich mit der Wirtschaftskrise und ihrer Überwindung durch veränderte Geldschöpfung.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://josttrier.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21434845/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://josttrier.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Jost Trier</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15496612910249434710</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>3</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21434845.post-8712310176550249860</id><published>2009-12-01T11:05:00.002+01:00</published><updated>2009-12-04T17:38:55.847+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;span style="font-size: x-large;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;span style="font-size: x-large;"&gt;Stoppt die Krise!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;von Jost Trier&lt;br /&gt;hier eingestellt im Februar 2009&lt;br /&gt;Fassung vom 4.12.2009 &lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Dieser Aufsatz geht davon aus, dass mit schön reden und mit immer neuen Staatsschulden nichts mehr zu gewinnen ist. Wir vertuen die letzten Chancen, halbwegs heil aus der Krise zu kommen, wenn wir weiter ignorieren, dass unser bisher so erfolgreiches marktwirtschaftliches Wirtschaftssystem durch falsche Geldschöpfungsmethoden instabil ist. Im Widerspruch zur vorherrschenden Meinung gibt es doch eine "Patentlösung", die Wirtschaft mit rein organisatorischen Maßnahmen und ohne Inflation wiederzubeleben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Warum geht nichts mehr?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wir leben in einer großartigen Zeit weltweiter wirtschaftlicher Zusammenarbeit, die nicht nur uns, sondern auch den fernsten Entwicklungsländern wirtschaftlichen, technischen und medizinischen Fortschritt bringt. Plötzlich, innerhalb weniger Wochen verdüstern sich die Zukunftsaussichten, die Banken der Welt entdecken auf einmal, dass ihre Guthaben, die sie in Form von Pfandbriefen und anderen Wertpapieren zu haben glaubten, gar nicht realisierbar, also eigentlich wertlos sind. Was ist denn passiert, dass auf einmal nichts mehr geht? Alle realen Ressourcen sind unverändert, Wasser und Öl fließen nach wie vor, es gibt keinen natürlichen Anlass für einen solchen Absturz der Weltwirtschaft. Was also ist der Grund, dass eine, wie es scheint sehr hoch entwickelte und lebenskräftige Zivilisation plötzlich in sich zusammenbricht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Frage kommt uns bekannt vor. Ja, wir haben sie schon mal beim Anblick überwucherter Tempelanlagen in Südamerika gestellt. Für das jähe Ende einer hohen Kultur blieb nach Ausschließen aller nahe liegenden Erklärungen wie Krieg und Naturkatastrophen schließlich nur die, dass die Priesterschaft (vermutlich nach Konsultation der Sterne) zum Verlassen des Landes aufrief und das Volk gläubig folgte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, eine Priesterkaste in diesem Sinne gibt es bei uns nicht. Aber eine ähnlich von der öffentlichen Kritik ausgesparte Institution, die sich auch ähnlich vorsichtig und sibyllinisch äußert, die gibt es. Es sind die Notenbanken der Welt. Die Regierungen der Welt haben die Versorgung ihrer Staaten mit Geld den jeweiligen Notenbanken übertragen. Nachdem man sich von der reinen Goldwährung immer weiter entfernt hatte, bestand die größte Gefahr für die Währung in der Geldentwertung. Dementsprechend erhielten die Notenbanken das Mandat, den Geldwert stabil zu halten. Sie erhielten leider nicht das Mandat, die Realwirtschaft optimal mit Geld zu versorgen. Aus ihrem alleinigen Recht, Geld in Form von Scheinen und Münzen, oder auch als Kopfgeld wie 1948 zu schöpfen, also nicht nur zu verleihen, erwächst ihnen aber de facto die Pflicht zur Geldversorgung. Diese Pflicht wird von den Notenbanken auch weitgehend anerkannt, schließlich verliert eine angeblich stabile Währung in einer zusammengebrochenen Realwirtschaft ihren Sinn. Das Argument, man müsste den Geldwert stabil halten, ist also am Beginn eines realwirtschaftlichen Absturzes völlig fehl am Platze. Wenn die Wirtschaft durch zu wenig Geld gebremst oder gar abgewürgt wird, ist das in jedem Falle ein Versagen der Notenbanken. Die Geldversorgung muss so gestaltet sein, dass sie das realwirtschaftliche Geschehen möglichst stabil hält, gleich ob die Stimmung in der Wirtschaft euphorisch oder depressiv ist. Das System der Geldschöpfung muss also antizyklisch wirken, d.h. es muss den realwirtschaftlichen Folgen, die aus schlechten Zukunftsaussichten entstehen, entgegenwirken und diese schlechten Aussichten keinesfalls verstärken. Das Entsprechende gilt, wenn die wirtschaftliche Euphorie das realwirtschaftliche Potential des Währungsgebietes zu überfordern droht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im folgenden wird gezeigt, dass das jetzige System der Geldschöpfung prozyklisch wirkt, also eine einmal eingetretene Depression noch verstärkt und so die Realwirtschaft in eine Abwärtsspirale zieht. Was der Anlass ist, durch den die Abwärtsspirale in gang gesetzt wurde, ist heute zweitrangig, entscheidend ist nur die Erkenntnis, dass das heutige System nicht stabil ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wie schöpfen die Notenbanken das Geld?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Notenbanken haben schon längst die Golddeckung des Geldes aufgegeben, und das mit vollem Recht, denn mit Golddeckung wäre die segensreiche realwirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte undenkbar gewesen. Die Goldmenge lässt sich nun mal nicht so schnell vermehren wie der realwirtschaftliche Wohlstand. Um dennoch das allgemeine Preisniveau einigermaßen stabil zu halten, wird Geld von den Notenbanken nicht verschenkt, sondern immer nur verliehen. Das heißt, zu jedem Euro (oder einer anderen Währungseinheit) gehört ein Loch (die Schuld). Die Erzeugung von Geld im heutigen System ist immer eine "Paarerzeugung" (ein Begriff aus der Physik) von Geld und Loch (der Schuld). Im bargeldlosen Verkehr liegt das Loch bei der Geschäftsbank, sie versorgt durch Kreditgewährung aus dem Nichts heraus die Wirtschaft mit Guthaben. Sie tut das im Glauben an die vernünftige Verwendung des Geldes und letztlich gute Zinseinnahmen. Dieses, von den Geschäftsbanken geschöpfte Geld, stellt den größten Teil heutigen Geldes dar. Im Bargeldverkehr liegt das Loch bei der Zentralbank, die allerdings nur indirekt, nämlich über die Geschäftsbanken, mit der Wirtschaft verbunden ist. Jahrzehnte lang hat dieses System erfolgreich funktioniert, obwohl der Normalbürger gar nicht weiß, dass sein Geld nur geliehen ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was geschieht zur Zeit?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Jetzt versagt aber dieses System plötzlich, denn seit etwa September 2008 herrscht Misstrauen. Misstrauen der Banken untereinander und letztlich der Geldanleger. Diese fragen sich: Steht hinter dem Wertpapier, für das ich mein gutes Geld ("mein" im Sinne von verfügungsberechtigt) geben soll, wirklich ein Realwert oder ein reales wirtschaftliches Potential, wodurch Rückzahlung und Zinsen sichergestellt sind? Oder ist das Papier nach vielen Händen und Umverpackungen nur durch Forderungen gegen arme Leute gedeckt, oder läuft diese Forderungskette in einem nicht endenden und sinnlosen Kreislauf, oder gar in einem Schneeballsystem? Die Banken brauchen heute Monate, um diesen Fragen nachzugehen, wie hoffnungslos steht dem der kleine Geldanleger gegenüber! Im Zweifelsfalle lässt er sein Guthaben lieber auf der Bank oder lässt es, wenn er auch seiner Bank misstraut, lieber in Banknoten auszahlen und legt es unter die Matratze. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ersteres bedeutet, dass das Geld, das z.B. in Banknoten bei der Bank eingezahlt wurde, wieder in dem zugehörigen Loch verschwunden ist (Paarvernichtung), letzteres bedeutet ebenfalls Entzug des Geldes aus der Wirtschaft, zusätzlich zur Belastung der Geschäftsbank, die ja nach wie vor das Geld an die Notenbank samt Zinsen zurückzahlen muss. In beiden Fällen ist das Verschwinden des Geldes für die Realwirtschaft katastrophal, denn diese kann nur in dem Maße produzieren oder Dienste leisten, wie Geld auf Seiten ihrer Kunden zur Verfügung steht und ausgegeben wird. Die einzige Alternative ist die Tauschwirtschaft, die nur ein minimales Lebensniveau zulässt. Es kommt aber noch schlimmer: Wenn erst die Realwirtschaft einbricht auf Grund fehlenden Geldes, bricht sie nicht nur proportional zur Geldmenge ein, sondern viel stärker, weil die Firmen eingehen, wenn sie dauerhaft nur teilweise arbeiten können. Auch die über die Schienen Politik, Soziales, Versicherungen laufenden Wirkungsketten, die durch fehlendes Geld in Gang gesetzt werden, verstärken den Flächenbrand. Damit verliert auch das verbleibende Geld an Wert, denn der Wert heutigen Geldes besteht nicht in den Goldvorräten der Notenbanken, sondern darin, dass man dafür etwas begehrenswertes kaufen kann, das nun, da die Produktionskapazitäten wegen Geldmangel ausfallen, nicht mehr auf den Markt kommt. Die Geschäftsbanken sehen die kommende Katastrophe und versuchen, ihre Schulden abzubauen, ihre verliehenen Gelder einzutreiben und neue Kredite, wenn überhaupt, dann nur mit hohen Zinsen zu vergeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;Der Einbruch der Realwirtschaft auf Grund fehlenden Geldes zieht also im gegenwärtigen System der Geldschöpfung weiteres Geld aus der Wirtschaft und reißt so die Realwirtschaft noch weiter herunter. Diese Wirkungskette muss unterbrochen werden, und sie kann auch unterbrochen werden, und zwar durch ändern der Geldschöpfung, wofür die Notenbanken zuständig sind. &lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;Der Erhalt der Realwirtschaft muss Ziel allen Handelns der Notenbanken sein. Alle Zwischenziele haben sich diesem Ziel unterzuordnen. Auch der Erhalt des Geldwertes darf kein Selbstzweck sein, sondern findet Sinn und Grenzen nur durch die richtige Anpassung an die Entwicklung der Realwirtschaft. &lt;/ul&gt;Alle heutigen Notenbanken haben das Zwischenziel, Geld immer nur paarig (mit Schuld) auszugeben, genau so, als seien sie Geschäftsbanken. Dieses Ziel mag in guten Zeiten zur Erhaltung des Geldwertes sinnvoll sein, bei aufkommendem Misstrauen wirkt sich die ausschließliche Paarerzeugung aber verheerend aus. In der Goldwährungszeit gab es dieses Zwischenziel nicht, Geld war Gold, also Ware, die im Tausch eingesetzt wurde. Die Gesamtwirtschaft war nicht verpflichtet, dieses Geld (Gold) einer Geld (Gold) ausgebenden Institution zurückzuzahlen. Auch die modernen Notenbanken konnten die unpaarige Ausgabe von Geld nicht immer vermeiden. Die Bank Deutscher Länder konnte 1948 die Wirtschaft nur durch Zahlung von Kopfgeld, das niemandem geschuldet war, in gang setzen. Schon diese Ausnahme zeigt, dass die Paarerzeugung des Geldes kein allgemeingültig sinnvolles Prinzip sein kann. Weiteres unpaariges (kreditfreies) Geld entsteht durch Konkurse von Firmen und Banken. Die Zahlungsunfähigkeit einer Firma bedeutet, dass die Firma mehr ausgibt als sie einnimmt, und dass die Banken die Hoffnung auf Besserung aufgegeben haben. Die Banken nehmen in ihren Büchern dann eine Wertberichtigung vor und das heißt, das Loch, das durch Zahlungen an die Firma entstanden ist, wird nicht durch Geldrückfluss aus dieser Firma, sondern aus Gewinnen aus anderen Geschäften der Bank aufgefüllt. Im gesamten Wirtschaftsraum bleibt aber das aus der Firma längst abgeflossene Geld ohne das entsprechende Loch, aus paarigem wurde also unpaariges Geld.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt also unpaariges (kreditfreies) Geld in der Welt, und um so mehr, je mehr Firmen eingehen, je tiefer die Realwirtschaft und damit unser Lebensstandard rutscht. Immerhin bewahrt uns das verbleibende unpaarige Geld vor der reinen Tauschwirtschaft, aber auf sehr niedrigem Wirtschaftsniveau mit unabsehbaren politischen Folgen. In jedem Falle bleibt bei weiterer Paarvernichtung des Geldes für unsere Luxusambitionen kein Geld mehr, auch nicht für Umwelt und Förderung der Dritten Welt, mit tödlichen Folgen für einen großen Teil der Weltbevölkerung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was ist jetzt zu tun?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Heute bestehen noch fast alle Produktionspotentiale, immer noch ist viel Geld zum Ausgeben in der Welt, aber die Banken sehen die Zukunft nur noch als großes schwarzes Loch und fürchten bei jeder Geldverleihung den Totalverlust, entsprechend hohe Zinsen fordern sie, ganz gleich, wie niedrig die Notenbanken ihre Zinsen setzen. Was müsste in dieser Lage geschehen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Geschäftsbanken mit Geld zu füttern bringt nichts, so lange diese nur schwarz in die Zukunft sehen, denn diese fürchten, in bankerott gehende Firmen zu investieren und auf ihren Schulden sitzen zu bleiben. Geld muss man wie 1948 in der Währungsreform ganz unten in die Wirtschaft einspeisen, nämlich dem Verbraucher geben, nur der freut sich darüber. Dieses Geld darf aber nicht vom Steuerzahler kommen, der kann für das Versagen der Notenbanken nicht aufkommen, er kann nämlich die Geldmenge nur paarig, also durch gleichzeitiges Schulden machen vermehren, die unpaarige (kreditfreie) Geldschöpfung ist aber genau das, was notwendig zum Erhalt der Realwirtschaft ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;Mit Steuergeldern die Gesamtwirtschaft ankurbeln zu wollen, hat nur dann einen Sinn, wenn man darauf hoffen kann, dass die Notenbanken die staatliche Verschuldung bald mit unpaarigem Geld begleichen. &lt;/ul&gt;Die Notenbanken haben in der ersten Jahreshälfte 2008 mehr oder minder untätig zugesehen, wie die Geschäftsbanken hemmungslos das Geld durch Paarerzeugung vermehrten. Als sich anschließend herausstellte, dass diese Gelder in der Realwirtschaft nicht gedeckt waren, vernichteten die Banken das Geld innerhalb weniger Wochen wieder, indem sie ihre Schulden so weit es ging beglichen und neue Schulden vermieden. Jetzt gibt es entschieden zu wenig Geld, und wir erleben die fatalen Auswirkungen auf die Realwirtschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;Die Welt braucht jetzt unbedingt unpaariges (kreditfreies) Geld, und die Notenbanken müssen dies bereitstellen. &lt;/ul&gt;Wie groß der Anteil unpaarigen Geldes an der Gesamtmenge des Geldes sein muss, um aus der heutigen Instabilität herauszukommen, kann man kaum vorhersagen, schon die bloße Ankündigung eines solchen Kurswechsels der Notenbanken würde stimulierend auf die Wirtschaft wirken. Als Anfang könnte die Notenbank 500 Euro für jeden Staatsbürger im Währungsgebiet zahlen, und das monatlich wiederholen, bis sich Besserung zeigt. Die Hälfte dieser Summe müsste vom jeweiligen Staat den Bürgern direkt ausgezahlt werden, der Rest stünde den Staaten zur freien Verfügung, z.B. als Beitrag zum Schuldenabbau. Dies ist kein großzügiges Geschenk der Notenbanken, sondern die Korrektur ihres bisherigen Fehlers, nur paariges Geld (Kreditgeld) geschöpft und damit die Wirtschaft destabilisiert zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;Auch die Überschuldung der Öffentlichen Hände ist u.a. ein Ergebnis der nur paarigen Geldschöpfung.&lt;/ul&gt;Damit die Geschäftsbanken bei Wiederanlauf der Konjunktur nicht wieder überschäumend paariges Geld erzeugen, ist dringend eine wirksamere staatliche und internationale Bankenaufsicht gefordert, was ja auch heute allgemein diskutiert wird. Der Nebeneffekt, die hohe öffentliche Verschuldung zu vermindern, ist dringend erwünscht, denn diese ist eine stetig wachsende Bürde, die mit den Zinszahlungen ständig Geld von jedem Steuerzahler in die Taschen derer pumpt, die Geld übrig haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ist das Inflation?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bedeutet die Schöpfung so vielen unpaarigen (kreditfreien) Geldes nicht Inflation? Unter Inflation versteht man Teuerung, die durch zu starke Nachfrage auf ein begrenztes Angebot entsteht. Zur Zeit stehen wir vor der gegenteiligen Situation, das Angebot ist riesig und das wirtschaftliche Potential dahinter noch viel größer, aber das Angebot findet mangels Geld beim potentiellen Käufer keine Nachfrage. Wenn es durch die vorgeschlagene Zahlung von Kopfgeld zur Konjunkturerholung kommt, dann wird eine erheblich größere Menge unpaarigen Geldes in der Welt sein als heute. Dieses Geld kehrt im heutigen System der Geldschöpfung nicht wieder zu den Notenbanken zurück, ist also der Steuerung durch die Notenbanken entzogen. Die Geldmenge braucht deshalb aber nicht größer zu sein, denn die paarige Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken soll ja durch strengere Gesetze beschnitten werden. Immerhin hätten die Notenbanken am Ende an Einfluss auf die Geldmenge verloren, und das würde sich destabilisierend auswirken, denn sie sind die einzigen, die überhaupt in der Lage sind, die Gesamtwirtschaft, die immer in der einen oder anderen Richtung aus dem Ruder zu laufen droht, auf Kurs zu halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute schöpfen die Notenbanken überschüssiges Geld nicht dadurch ab, dass sie sich weigern, die Geschäftsbanken mit Bargeld zu versorgen, sondern dadurch, dass sie für neues Bargeld, das die Geschäftsbanken ziehen wollen, höhere Zinsen verlangen. Der Einfluss dieser Zinspolitik auf die Geldwirtschaft ist gering. Wir spüren das heute deutlich, wo doch die gut gemeinte Niedrigzinspolitik der Notenbanken den hohen Zins der Geschäftsbanken und damit die Ausbremsung der Realwirtschaft gar nicht verhindern kann. So hätten auch bei überschäumender Konjunktur die Notenbanken kaum Aussicht, durch Zinserhöhung die Geldmenge einzuschränken. Dass der Einfluss so gering ist, mag an dem in den letzten Jahren stark gestiegenen bargeldlosen Zahlungsverkehr liegen und daran, dass die Zahlungen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit erfolgen. Mehr unpaariges Geld verschärft jedenfalls diese Situation. Damit stellt sich jetzt die Frage nach der Stabilisierung der Realwirtschaft so: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wie kann man den Notenbanken mehr Zugriff auf die Geldmenge verschaffen?&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Die Notenbanken müssen in die Lage versetzt werden, die Realwirtschaft optimal durch die äußeren und inneren Gefahren zu steuern. Dabei sind als äußere Gefahr z.B. Rohstoffverknappung, Kriege, Klima und Umwelt gemeint, als innere die menschlichen Psychosen, die weder bei den Banken, noch in der Politik oder bei den Tarifautonomen zu verhindern sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu müssen wir uns im klaren sein, dass die Notenbanken zwar nicht unmittelbarer staatlicher Kontrolle unterliegen, dass sie aber Geschöpfe der Staaten sind. Selbst diejenigen Notenbanken, die scheinbar nur durch Legitimierung durch die Geschäftsbanken entstanden sind, haben ihre Rechtsstellung nur der Duldung durch den Staat zu verdanken, und könnten von diesem auf dem Wege der Gesetzgebung aufgelöst, ersetzt oder modifiziert werden. Die Staaten verfügen im langfristigen Mittel über weit mehr Geld als heute durch die Hände der Notenbanken fließt. Es bietet sich so das folgende Verfahren an:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;Alle Steuereinnahmen gehen nicht an den Staat, sondern an die Notenbank. Diese zahlt jedem Staat des Währungsgebietes ein festes Gehalt, dessen Höhe mit den Einnahmen nichts zu tun hat. Sie kann das, denn sie alleine darf Geld schöpfen und vernichten.&lt;/ul&gt;Die Höhe dieses festen Jahresgehalts müsste sich nach den gesamten Steuereinnahmen richten, die der jeweilige Staat vor der Krise (also 2007 oder 2008) hatte. Alle Fragen der inneren Verteilung der Gelder in den Einzelstaaten bleiben von dieser Umorganisation unberührt. Da nun nur noch die Notenbanken an der Eintreibung der Steuern interessiert sind, müssen die Finanzämter aus den staatlichen Verwaltungen ausgegliedert und den Notenbanken unterstellt werden (personalmäßig kann natürlich alles bleiben wie es ist). Andernfalls wäre die Gefahr zu groß, dass die Notenbanken nicht genügend Geld zurückerhalten und damit den Geldkreislauf nicht optimal für die Realwirtschaft steuern können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich bedeutet der Wunsch, Inflation zu vermeiden, dass im Mittel über Jahrzehnte der Geldzufluss und -abfluss bei den Notenbanken übereinstimmen müsste. Im Gegensatz zu heute würde die Geldwirtschaft die Realwirtschaft aber nicht bremsen oder gar - wie es heute geschieht - abwürgen, sondern sie könnte die sich weiter entwickelnde Realwirtschaft neutral begleiten. Die Notenbank kann in Absprache mit den Staaten je nach gesamtwirtschaftlichem Bedarf die Steuern ändern oder die Gehälter an die Staaten, beides in normalen Zeiten natürlich nur sehr moderat. Im übrigen wird man das alte Instrument der Leitzinsänderung (zunächst) einfach beibehalten. Die schleichende Inflation der letzten Jahre (ca 2%) kann die Notenbank allerdings, auch wenn sie Herr über den Strom der Steuergelder ist, nicht vermeiden. Um das zu können, müsste sie den Tarifautonomen Grenzen setzen dürfen, aber das ist z.Zt. kein drängendes Problem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muss für dieses Programm nicht unbedingt auf eine internationale Einigung hoffen, obwohl diese sehr erwünscht wäre. Der Erfolg für die innere Konjunktur in einem Währungsgebiet hätte sofort die Nachahmung in den anderen Währungsgebieten zur Folge, und damit käme auch der internationale Handel wieder in gang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Augenblick für eine solche Umorganisation ist denkbar günstig. Von den Finanzministern wäre die ungewisse Zukunft genommen, sie könnten für 2009 und 2010 mit den gleichen Einnahmen wie z.B. denen von 2007 oder 2008 rechnen. Die Notenbanken würden sich über einen erheblichen Kompetenz- und Bedeutungszuwachs freuen. Ihr heute eher bescheidenes Mandat, den Geldwert stabil zu halten, wäre ersetzt durch das, die Geldschöpfung optimal an die realwirtschaftliche Entwicklung anzupassen. Auch das Problem der staatlichen Verschuldungen könnte endlich angegriffen werden. Die Notenbanken könnten staatliche Schuldverschreibungen in Zeiten hoher Steuereinnahmen langsam, um die Kurse tief zu halten, aufkaufen und vernichten, denn realwirtschaftlich gesehen unsinnige Verschuldung (auch in der Wirtschaft und im privaten Bereich) bremst die Wirtschaft und spreizt die sozialen Unterschiede in der Gesellschaft. Die Notenbanken geraten mit dieser Aufgabe möglicherweise in Interessenkonflikt mit den Geschäftsbanken, was sie aber aushalten müssen, wie sie überhaupt ihre Stellung nicht mehr nur als erste Bank unter anderen sehen dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;Alle Maßnahmen der Notenbanken dürfen sich immer nur an der realwirtschaftlichen Entwicklung ausrichten. Geld hat keinen Selbstzweck, es ist Menschenwerk mit dem einzigen Zweck, die Realwirtschaft zu erhalten. &lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21434845-8712310176550249860?l=josttrier.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://josttrier.blogspot.com/feeds/8712310176550249860/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=21434845&amp;postID=8712310176550249860' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21434845/posts/default/8712310176550249860'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21434845/posts/default/8712310176550249860'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://josttrier.blogspot.com/2009_12_01_archive.html#8712310176550249860' title=''/><author><name>Jost Trier</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15496612910249434710</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21434845.post-58465881270786947</id><published>2009-09-04T19:41:00.016+02:00</published><updated>2009-12-06T18:01:59.167+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;div align="left"&gt;&lt;em&gt;Der gleiche Aufsatz in englischer Sprache:&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;span style="font-size: 180%;"&gt;Stop the crisis!&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;by Jost Trier&lt;br /&gt;Here&amp;nbsp;posted&amp;nbsp;September 2009&lt;br /&gt;Version dated 6.12.2009&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;This paper assumes that nothing new will be achieved by talking things up or ever greater national debt. We will have missed the final opportunity of emerging from the crisis in a reasonable condition if we continue to ignore the fact that our economic structure, based on a market economy and which to date has been so successful, is now unstable due to inappropriate money creation methods. Contrary to the widely held belief, there is a "panacea" that will revive the economy by way of organisational measures alone, and without inflation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Why has everything ground to a halt?&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;We live in a wonderful time of worldwide economic collaboration that not only brings us but also the most remote developing countries economic, technological and medical advancement. Suddenly, within a few weeks, dark clouds have gathered over future prospects. Banks the world over realise that the credits they believed they held in the form of bonds and other securities cannot be realised and are therefore worthless. Why has everything ground to a halt? All real resources remain unchanged, water and oil are still flowing, and there is no natural cause for the world's economy to&amp;nbsp;grind to a halt. Why, therefore, does a civilisation that appeared to be highly developed and full of vitality suddenly fall apart?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The question sounds familiar. We posed it at the sight of overgrown temples in South America. Following the exclusion of all suggestions such as war and natural disasters, the only remaining explanation of the sudden end of a high culture maintained that priests called for the country to be abandoned (probably based on a constellation of the stars), and the people duly followed their request.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;There are, of course, no such priests in in our time, but there is an institution that is excluded from public criticism in a similar way and which expresses itself in a similarly cautious and Sibylline manner – the world's central banks. Governments throughout the world have transferred the provision of their countries with money to the respective central banks. After moving ever further away from the gold currency alone, the greatest risk for currencies was devaluation. Accordingly, central banks were given the mandate to keep the monetary value stable. Unfortunately, they were not given the mandate to ideally supply the real economy with money. Due to their sole right to generate money in the form of banknotes and coins or by paying bounty, as done in Germany in 1948, and not only to lend the money,&amp;nbsp;they have de facto acquired the obligation supply money. This obligation is also largely acknowledged by the central banks. Ultimately, an allegedly stable currency loses its purpose in a collapsed real economy. The argument put forward that monetary value needs to be kept stable completely misses the point at the start of a recession in the real economy. If the economy is dampened, or even stifled, by the lack of money this is, in any case, a failure by the central banks. The supply of money must be organised such that&amp;nbsp;as far as&amp;nbsp;possible it provides stability in respect of real economic activity, irrespective of whether elation or depression characterises the economic mood. The system of money creation must, therefore, have an anti-cyclic effect, i.e. it must counter the real economic consequences caused by the poor future prospects, and under no circumstances reinforce these poor prospects. The corresponding same applies if elation about the economy threatens to overwhelm the real economic potential of the currency area.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The following paragraphs show that the current money creation system has a pro-cyclical effect, i.e., this system further reinforces a depression once it has occurred and therefore draws the real economy into a downward spiral. Today, the cause of setting the downward spiral in motion is of secondary importance. Crucial is merely accepting that the current system is unstable.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;How do central banks generate money?&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;Central banks have long-since abandoned the gold backing of money, and rightly so because the beneficial development in the real economy over the past&amp;nbsp;decades would have been unthinkable by way of gold backing. The gold volume cannot be increased as quickly as the real economic wealth. To nevertheless keep general prices at a reasonably stable level, central banks do not give money away but merely lend it. This means that for every euro (or any other currency unit) there is a hole (debt). The generation of money in the current system is always a "pair production" (physics terminology) of money and hole (debt). In the case of non-cash transactions, the hole is located at the commercial bank. It supplies the economy with&amp;nbsp;cash by granting credit from nothing. It does this in the belief that the money will be used sensibly, and ultimately earns good income from the interest. Such money created by the commercial banks accounts for the largest part of the current money. In the case of cash transactions, the hole is located at the central bank, which is only associated indirectly with the economy by way of the commercial banks. This system was successful for decades, although normal citizens do not know that their money was only lent.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;What is happening at the moment?&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;However, this system has suddenly failed, and a lack of trust has been dominant from about September 2008. There is a lack of trust between banks and ultimately investors. They are asking themselves, if there is a real value behind the security for which they are to pay their hard-earned money ("their" in the sense of the authority to dispose) or a real economic potential that guarantees repayment and interest. Or is the security merely covered by the claims against poor people after changing hands several times and after as many repackaging measures? Or will this claim chain end up in a never-ending and worthless cycle, or even in a snowball system? At present, the banks need months to address these questions. Small investors are therefore faced with a hopeless situation! In doubt, investors prefer to leave their money in the bank, or when they mistrust their bank, draw it out and keep it under the mattress.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The former means that the money, i.e. the money paid into the banks in bank notes, again disappears in the respective hole (pair destruction). The latter also means withdrawal of the money from the economy, in addition to the debit of the commercial bank, which is still required to pay back the money, including interest, to the central bank. In both cases the disappearance of the money is catastrophic for the real economy because the real economy can only manufacture or render services to the extent that money is available to its customers, and is spent. Bartering deals are the only alternative, which merely allows for a minimal lifestyle. However, the situation deteriorates even further. If the real economy collapses due to the lack of money, the collapse is not only proportionate to the money supply. The collapse is all the more destructive because companies go bust if they can only render some of their services permanently. Functional chains via politics, social affairs and insurance, which have been set in train due to the lack of money, fan the flames. The remaining money therefore loses its value because the value of money today does not consist of gold reserves in central banks, but moreover in the fact that one can purchase something desirable for it, which is no longer put on the market because the production capacities have failed due to the lack of money. Commercial banks see the coming catastrophe and are trying to reduce their debts by collecting the money they lent, and are only granting new loans, if at all, at high interest rates.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;The collapse of the real economy due to the lacking money in the current system of money generation therefore takes more money out of the economy and in the process drags the real economy further down. This endless chain of causes and consequences must be interrupted, and it can be interrupted by changing the money generation, for which the central banks are responsible. &lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;The goal of all action taken by the central banks must consist of maintaining the real economy. All interim goals must be subordinated to that goal. Maintaining the monetary value may not be an end in itself, and will only be worthwhile and have limits by way of appropriate adjustment in line with the development in the real economy. &lt;/ul&gt;All current central banks have an interim goal of issuing paired money (i.e. with debt) as if they were commercial banks. This goal may be worthwhile in good times to maintain the monetary value. However, in the event of emerging mistrust the exclusive pair generation has a disastrous effect. In the gold currency time this interim goal did not exist, gold was money, i.e. goods that were used in exchanges. The overall economy was not under obligation to pay back this money (gold) to a money (gold) issuing institution. Modern central banks have also not been able to avoid the unpaired issue of money at all times. In 1948 the Bank Deutscher Länder was only able to revive the economy by paying money per head that was not owed to any institution. This exception alone shows that the paired generation of money cannot be a generally accepted and worthwhile principle. Further unpaired (credit-free) money is generated by insolvencies of companies and banks. The inability of a company to pay means that the company has more overheads than the proceeds it is generating from its operations, and that the banks have given up hope of improvement. The banks then enter value adjustments in their books, meaning the hole created by payments to the company is not filled by the return flow of money from that company but from profits of other transactions of the bank. However, the money that has long since left the company remains in the entire economic area without the respective hole, i.e. paired money has been turned into unpaired money.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Therefore there is unpaired (credit-free) money in the world and the greater, the greater&amp;nbsp;the number of companies going bust the greater the slide of the real economy and therefore our standard of living. The unpaired money at least saves us from bartering deals alone, but at a very low economic level with unforeseeable political consequences. In any case the further destruction of paired money means there will be neither any money left for our luxuries nor for the environment or promoting third world development. This will have fatal consequences for a large part of the world's inhabitants.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;What needs to be done now? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Today almost all the production potentials are still in place. There is still a lot of money to spend in the world but the banks see the future merely as a single black hole and in the case of lending any money fear total losses. Accordingly, they impose high interest rates irrespective of however low interest rates may be set by the central banks. What needs to be done in this situation?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Flooding commercial banks with money will be ineffective as long as the banks consider future prospects to be bleak because they are worried about investing in companies becoming insolvent and being saddled with bad debts. As in 1948 in the German currency reform, money must be fed into the economy at the bottom level, i.e. by giving it to consumers as the only ones who would be pleased to receive it. However, this money must not come from the taxpayer who cannot be responsible for the failure of the central banks. Taxpayers can only increase money supply by way of paired money, i.e. by simultaneously creating debt. Unpaired (credit-free) money creation is the very thing required to maintain the real economy.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;Aiming to kick-start the overall economy with taxpayer's money is only worthwhile if there is hope that the central banks will soon settle national debt with unpaired money. &lt;/ul&gt;The central banks more or less stood idly by in the first half of 2008 while commercial banks ruthlessly increased money by way of paired generation. When it subsequently became clear that such money was not covered in the real economy, the banks destroyed the money within the space of a few weeks by settling debts wherever possible and avoiding new debts. Now there is clearly not enough money, and we are experiencing the fatal effects on the real economy.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;At present the world urgently needs unpaired (credit-free) money, and the central banks must provide it. &lt;/ul&gt;It is almost impossible to predict what share of unpaired money in the overall quantity of money is required to lift the economy out of the current instability. Even the mere announcement of such a change of direction by the central banks would have a stimulating effect on the economy. Initially the central bank could pay 500 Euro to each citizen in the currency area and repeat that payment each month until it gives rise to improvement. Half of this amount would have to be paid directly to the citizens by the respective country, while the rest would be at the countries' free disposal, for example as a contribution to reducing debt. This is not a generous gift by the central banks. Moreover it is a correction of their error to date of generating paired money (credit money) only and therefore destabilising the economy.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;The heavy indeptedness of public funds is, among others, also a result of only generating paired money. &lt;/ul&gt;To avoid the commercial banks once again generating exuberant paired money in the case of revived economic activity, effective national and international banking supervision is called for, which is also being discussed in general today. The side effect of avoiding high public debt is urgently required because this is a continually growing burden, which by way of interest payments constantly pumps money from each taxpayer into the pockets of those who have money to spare.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Is that inflation?&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;Isn't the generation of so much unpaired (credit-free) money inflation? Inflation is understood to mean the price increase that occurs because of excessively strong demand for a limited offer. At present we are facing the opposite situation. The offer is huge and the economic potential behind it far greater, but the offer is not coupled with demand due to the potential buyers lacking the necessary money. If the suggested payment of money per head were to revive economic activity, there will be considerably more unpaired money in the world than is the case today. In the current system of money generation, such money does not return to the central banks, and is therefore withdrawn from control by the central banks. Money supply need not, therefore, be increased because the paired money generation by the commercial banks is to be cut by way of more stringent laws. In any case the central banks lost their influence on money supply in the end, and that would have a destabilising effect. After all they are the only institutions that are at all in a position to keep the overall economy on course, which always threatens to run out of control in one direction or the other.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Today the central banks do not siphon off surplus money by refusing to supply the commercial banks with cash, but moreover do so by charging higher interest rates to commercial banks for new cash. Such an interest policy has a low-level effect on the financial world. We are clearly experiencing this in that the well-meaning low-interest policy of the central banks cannot at all avoid the high interest rates of the commercial banks and therefore the thwarting effect on the real economy. In the event of an overheating economy, the central banks would hardly have a chance to restrict the money supply by way of increasing interest rates. The fact that the influence is so low may be attributable to the strong increase of non-cash payment transactions over the past few years, and the fact that payments are effected at almost the speed of light. In any case, more unpaired money exacerbates this situation. This now raises the question of how to stabilise the real economy in the following way:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;How can central banks be given greater access to the money supply?&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;Central banks must be rendered capable of ideally steering economy through exogenous and endogenous risks. Exogenous risks are understood to mean a paucity of raw materials, wars, climate and the environment, while endogenous risks are the human psychoses that cannot be avoided in banks, politics or in the freedom of collective bargaining.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In that respect we must be aware that central banks usually are not&amp;nbsp;subject to direct government controls, but that they are creations of the governments. Even those central banks that apparently were only created by way of legitimisation by the commercial banks have the tolerance of government to thank for their legal position, and could be shut down, replaced or modified by legislation. Governments have at their disposal far more money than that flowing through the central banks today. The following procedure therefore presents itself:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;Tax revenue should not go to the government but to the central bank, which pays every country in the currency area a fixed salary the amount of which has nothing to do with the revenue. It can do that because the central bank alone may generate or destroy money. &lt;/ul&gt;The amount of this fixed salary should be based upon the whole tax revenue, which the respective country had before the crisis (e.g. in 2007 or 2008). This reorganisation does not affect any of the questions of internal distribution of the money in the individual countries. Only the central banks are now interested in the collection of taxes. The tax offices therefore need to be detached from the government administrations and become subordinate to the central banks (no personnel changes required). Otherwise, the risk of the central banks not receiving enough money, and therefore not being able to ideally control the circulation of money for the real economy, is too high.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Of course the desire to avoid inflation means that on average over a period of decades the inflow and outflow of money would need to be concurrent at the central banks. By contrast to today, the financial world would not dampen the real economy or even – as is currently the case – stifle it. Moreover it could neutrally accompany the further development of the real economy. The central bank can, following consultation with the countries and depending on the overall economic demand, amend the taxes or the salaries paid to the countries – both of these, of course, in normal times only very moderately. In other respects, the old instruments of amending the base lending rate can (initially) be retained. However, the central bank cannot avoid the creeping inflation of previous years (approx. 2% per year), even if it is in control of the flow of taxpayer's money. To do this it would need to set limits in respect of the freedom of collective bargaining. However, this is not an urgent problem at present.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;One need not necessarily hope for international agreement for this programme, although this would be desirable. The success of the domestic economic activity in a currency area would immediately give rise to imitation in the other currency areas, and international trade would therefore start moving again.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The current climate bodes well for such reorganisation. Financial ministries would be relieved of an uncertain future by expecting the same revenue for 2009 and 2010 as that in 2007 or 2008. Central banks would welcome a considerable increase in competence and significance. Their present, rather modest mandate of maintaining a stable monetary value would be replaced by ideally adjusting money generation in line with development in the real economy. The problem of national debt could ultimately be tackled. In times of high tax revenues the central banks could slowly (to keep prices low) buy and destroy government bonds, since both economic and private debts, which are nonsensical in terms of real economy, dampen the economy and create social differences in society. By doing this, the central banks may experience a conflict of interest with the commercial banks, which they would however need to endure. In any case they should no longer see their position only as the first bank among many.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;All measures taken by the central banks may only be geared towards development in the real economy. Money is not an end in itself, but a work of man solely aimed at maintaining the real economy. &lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21434845-58465881270786947?l=josttrier.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://josttrier.blogspot.com/feeds/58465881270786947/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=21434845&amp;postID=58465881270786947' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21434845/posts/default/58465881270786947'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21434845/posts/default/58465881270786947'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://josttrier.blogspot.com/2009_09_01_archive.html#58465881270786947' title=''/><author><name>Jost Trier</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15496612910249434710</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21434845.post-6662082596296071478</id><published>2008-12-06T14:28:00.004+01:00</published><updated>2008-12-06T18:32:41.045+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Notenbank'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaft'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zentralbank'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Geld'/><title type='text'></title><content type='html'>&lt;p align="center"&gt;&lt;span style="font-size:180%;"&gt;Wirtschaft und Geld&lt;/span&gt; &lt;p align="center"&gt;von Jost Trier&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;Der größte Teil wurde im Januar 2006, der letzte Teil im November 2008 hier eingestellt&lt;/p&gt;&lt;span style="font-size:180%;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;p align="center"&gt;Zusammenfassung &lt;p align="center"&gt;&lt;p&gt;Im Gewirr der Diskussionen und Schuldzuweisungen über unsre wirtschaftliche Misere fehlt der Überblick. Nur aus dem Abstand, aus dem zunächst weder nach politischer Machbarkeit gefragt wird, noch danach, ob sich die Gedanken nicht depressiv auf die gegenwärtige Wirtschaft auswirken könnten, erkennt man, wie sich Ursachen und Wirkungen zu einem Kreis zusammenschließen, der die Wirtschaft immer weiter herunter zieht. Ein Glied in dieser Kette von Ursachen und Wirkungen stellt die Notenbank dar. Wenn sie die Verantwortung für die Gesamtwirtschaft im Währungsgebiet übernähme und mit der dazu nötigen Vollmacht ausgestattet würde, könnte sie den verhängnisvollen Kreis aufbrechen.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aus diesem Aufsatz:&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;Wer Geld als Ware und also als wertvoll ansieht, bleibt in der Abwärtsspirale gefangen.&lt;/i&gt; (S. 7) &lt;i&gt;Und wenn im ganzen Währungsgebiet das Geld fehlt, müssen dann eben alle den Gürtel enger schnallen? Müssen wir Arbeitslosigkeit, Schlaglöcher in den Straßen, heruntergekommene Schulen, geschlossene Theater, verwilderte Parkanlagen, leer stehende Kaufhäuser, verrostende Fabrikanlagen und eine resignierende Bevölkerung brav erdulden, denn es fehlt doch nun mal am Geld? &lt;/i&gt;(S. 9) &lt;p&gt;&lt;i&gt;Alle Maßnahmen der Politiker, ob das Schließen von Badeanstalten, das Kürzen von Renten, das Aufschieben von Bauvorhaben, alles zielt darauf, die Realwirtschaft an die siechende Geldwirtschaft anzupassen, also unseren Lebensstandard immer weiter herunter zu ziehen. &lt;/i&gt;(S. 9)&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;Wer das Problem lösen will, muss einsehen, dass Geld eben keine Ware ist, sondern von Menschen ausgeschriebene Gutscheine, die beliebig vermehrbar und vernichtbar sind, ohne dass reale Werte geschaffen oder vernichtet werden. Er muss also die Geldwirtschaft an die Realwirtschaft anpassen, nicht umgekehrt, wie es zur Zeit geschieht.&lt;/i&gt; (S. 9) &lt;p&gt;&lt;i&gt;Egal, ob man unter dem Staat Berlin oder Brüssel versteht, er kann sich nicht hinter der Notenbank verstecken, denn diese ist sein Werk, nicht umgekehrt.&lt;/i&gt; (S. 10)&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;Wenn der Einzelne versagt, ist es dessen Schuld, wenn aber der ganze Wirtschaftsraum versagt, hat die Notenbank nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt!&lt;/i&gt; (S. 11) &lt;p&gt;&lt;p&gt;  &lt;p&gt;Drei Ahnungslose unterhalten sich: &lt;p&gt;M: Macher (Maurermeister) &lt;p&gt;S: Skeptiker (Schweißer) &lt;p&gt;T: Tüftler (Techniker) &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Die wirtschaftliche Lage&lt;/b&gt; &lt;p&gt;M   Kommst Du morgen mit baden? &lt;p&gt;S    Kannst Du vergessen, das Bad haben sie geschlossen, die Stadt hat kein Geld mehr. &lt;p&gt;M    ... und um die Frührente oder das Arbeitslosengeld für den Bademeister aufzubringen, verkauft die Stadt ihre letzten Liegenschaften zum Schleuderpreis, zahlungskräftige Firmen oder Privatleute gibt es ja kaum noch. &lt;p&gt;T    Das ist die Situation, die Armut kommt eben von der pauvreté, das ist eine Katze, die sich in den Schwanz beißt. &lt;p&gt;M   Da muss man doch aber ausbrechen können! &lt;p&gt;T    Nun ja, wir werden ja auch aufgefordert, endlich Mut zu zeigen und Schulden zu machen, damit die Wirtschaft wieder läuft. &lt;p&gt;M   Solche Sprüche lieb ich! Ich bin Maurermeister, lebe nur noch von Woche zu Woche von dem einen oder anderen Kleinauftrag. Mein Transporter ist fast schrottreif aber immer noch nicht ganz abbezahlt! Jetzt noch neue Schulden, das wäre glatter Selbstmord! &lt;p&gt;S    Gibt es denn keine Leute mehr, die ein eigenes Haus, oder wenigstens einen Wintergarten oder Gartenweg angelegt haben wollen? &lt;p&gt;M   Natürlich haben die Leute Wünsche, aber sie haben kein Geld! &lt;p&gt;T    "Kein Geld", mit dieser Entschuldigung leisten wir uns den größten Luxus, den sich ein Volk überhaupt leisten kann: wir schließen einen großen Teil unserer arbeitsfreudigen Menschen von der Mitwirkung am wirtschaftlichen Kreislauf aus, das ist nicht nur wirtschaftliche Obstruktion, sondern vor Allem auch bitteres Unrecht gegen die Betroffenen! &lt;p&gt;S    Na na, wer ist denn hier schon betroffen, die meisten wollen doch gar nicht arbeiten. &lt;p&gt;M   Solche gibt es auch, aber es sind nicht die meisten. Natürlich geht mancher gerne in die Frührente, nicht alle Arbeitslosen oder Frührentner sind unglücklich. &lt;p&gt;T    Du hast Recht, man sollte niemand verdammen, dem es gelingt, auf bescheidener finanzieller Basis ein glückliches Leben zu führen. Man denke nur an eine Mutter, die sich entschließt, ihren Beruf aufzugeben, um sich ganz ihrer Familie zu widmen. &lt;p&gt;M   Das ist nichts schlechtes, im Gegenteil, durch ihr Wirken im engen Familienkreis erfüllt sie eine heute besonders wichtige Aufgabe für die Allgemeinheit. Junge Menschen aber, und gerade engagierte, die sich gern einbringen, die der Wirtschaft auch viel zu geben hätten, verzweifeln und verbiestern schließlich, wenn sie überall auf Arbeitssuche abgewiesen werden. Das ist nicht nur Verschleuderung des wichtigsten wirtschaftlichen Kapitals, nämlich der menschlichen Arbeitskraft, sondern schlimmer: Zerstörung der Seelen. &lt;p&gt;S    Wenn das so ist, dann ist die Vollbeschäftigung also wichtiger als der steigende Wohlstand der Beschäftigten? &lt;p&gt;T    Ja, obwohl ich das Wort Vollbeschäftigung vermeiden möchte. In einer funktionierenden Wirtschaft sind Fluktuationen unvermeidbar und damit auch Arbeitslosigkeit, allerdings mit wechselnder Besetzung. &lt;p&gt;M   ... und da sind wir heute weit drüber hinaus. &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Die Schulden&lt;/b&gt; &lt;p&gt;S    Das Problem sind und bleiben die Schulden. Wir haben alle über unsre Verhältnisse gelebt in den letzten Jahrzehnten, voran die Öffentliche Hand. Wenn die Wirtschaft boomte, wurde großzügig ausgegeben, was eingenommen wurde. Angefallene Schulden wurden trotz hoher Einnahmen nicht abgebaut sondern weiter erhöht. Und nicht nur das, es wurden auch bedenkenlos Gesetze mit großen Folgekosten gemacht, die uns jetzt schwer drücken. Jetzt in der Not versucht man verzweifelt obendrein noch zu sparen und entzieht dadurch der Wirtschaft die so nötigen Impulse. &lt;p&gt;M   "Wir haben über unsre Verhältnisse gelebt", das hört man immer wieder, aber stimmt das wirklich? Das würde doch heißen, dass nicht ein Einzelner, sondern die Bevölkerung als Ganzes mehr verbraucht hat als sie erwirtschaftet hat. Das ist aber gar nicht der Fall, im Gegenteil, wir sind heute noch trotz stagnierender Wirtschaft Exportweltmeister und hatten auch vorher fast immer Exportüberschüsse, wir produzieren also mehr, als wir verbrauchen. Trotzdem fehlt es hinten und vorne am Geld, was ist da los? &lt;p&gt;T    Wir haben über unsre Verhältnisse gelebt, das stimmt schon, aber es stimmt nicht für die reale Wirtschaft, also den Austausch von Arbeits- und Sachleistungen, da haben wir keine Probleme, sondern es stimmt nur für das Geld. Wenn wir kein Öl mehr hätten, das Wasser knapp würde, oder auch nur Eisen oder Kupfer, dann hätten wir ein wirkliches, reales Problem, so ein Problem ließe sich nicht durch organisatorische Maßnahmen lösen sondern nur durch Einschränkung. &lt;p&gt;S    ... und wenn das Geld fehlt, dann genügen organisatorische Maßnahmen? &lt;p&gt;T    Ja, aber um das zu verstehen, muss man sich erstmal klarmachen, was denn Geld eigentlich ist. &lt;p&gt;M   Ja, Geld, was ist das eigentlich?&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p align="center"&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Was ist Geld?&lt;/b&gt; &lt;p&gt;T    Diese Frage war früher einmal sehr einfach zu beantworten: Geld, woraus es auch bestehen mochte, konnte jederzeit in eine von der Notenbank garantierte Goldmenge getauscht werden, war also dem Gold (also einer Ware) gleichwertig, nur handlicher. &lt;p&gt;M   Und heute, ist das nicht auch in diesem Sinne eine Ware? &lt;p&gt;T    Ja, leider tut unsere Notenbank so, als müsste der Geldwert an einen Sachwert gebunden sein, also an Ware, Grundstücke und dergleichen. Das drückt sich darin aus, dass die Notenbank nur dann neues Geld den Banken - und damit der Wirtschaft - zinsgünstig zur Verfügung stellt, wenn die Banken Wertpapiere mit entsprechendem Gegenwert bei der Notenbank hinterlegen. Auch Devisen (Fremdwährungen) können u.U. hinterlegt werden, offenbar weil man glaubt, diese seien ebenfalls durch Sachwerte gedeckt. Gegen diese Sachwertbindung lässt sich vieles einwenden, nach meiner Meinung ist sie nicht nur überflüssig, sondern obendrein für die eigentliche Aufgabe der Notenbank, die Verbraucherpreise im Mittel konstant zu halten, hinderlich. &lt;p&gt;S    Du meinst also, das Geld brauche nicht an Sachwerte gebunden zu sein, dann hat es aber doch gar keinen Sinn mehr. &lt;p&gt;T    Doch, es bleibt sinnvoll, genau so sinnvoll wie wir es täglich erleben. Das Geld ist eine Bescheinigung dafür, dass wir (im Rahmen des Geldbetrages) Anrecht auf Dienstleistungen und erwirtschaftete Werte im Währungsgebiet haben. Es ist nur eine Art Gutschein, also selbst nur ein wertloses Stück Papier oder einige Bytes im Bank-Computer. Kaum jemand weiß doch, dass die Notenbank das Geld, mit dem ich meine Brötchen bezahle, einmal einer Privatbank zur Verfügung gestellt hat, die als Pfand dafür ein Wertpapier bei der Notenbank hinterlegte. Hätte sie das Geld ohne Pfand ausgegeben, hätte ich die Brötchen genau so kaufen können. &lt;p&gt;S    Das stimmt nicht. Durch die Hinterlegung von Wertpapieren wird doch sichergestellt, dass es nicht &lt;i&gt;mehr&lt;/i&gt; Geld als handelbare Werte gibt, das ist doch sinnvoll zur Vermeidung von Inflation. &lt;p&gt;T    Du hast Recht, wenn die Notenbank Geld ohne Hemmung ausgibt, haben wir jedenfalls Inflation, aber die Geldausgabe lässt sich auch nach anderen Kriterien begrenzen, insbesondere unmittelbar dadurch, dass man nur den Preis des vom Statistischen Bundesamt registrierten Warenkorbes konstant zu halten versucht. &lt;p&gt;M   Man sagt doch, die Währung sei gedeckt durch Goldreserven der Notenbank und dort hinterlegte Pfänder. Wenn es das alles nicht mehr gibt, wodurch ist denn dann die Währung gedeckt? &lt;p&gt;T    Nur durch die funktionierende Wirtschaft im Währungsgebiet. Nur dadurch, dass man für 1 Euro Brötchen oder Nägel kaufen kann, ist die Währung gedeckt, und das ist keine Utopie, sondern das ist de facto auch heute schon so. Deshalb sollte es im ureigensten Interesse der Notenbank liegen, die Wirtschaft gesund zu erhalten, ihre Währungsreserven sind schnell verpufft und im Vergleich zur Gesamtwirtschaft völlig belanglos. &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Geld und Sachwert&lt;/b&gt; &lt;p&gt;S    Stop doch erstmal, wovon reden wir eigentlich, wenn wir von Geld sprechen, Du sagtest, es sei ein Gutschein, ein Gutschein bezieht sich aber immer auf einen bestimmten Sachwert, und wenn es einer ist, der sich auf Geld bezieht, dann drehen wir uns nur im Kreis. &lt;p&gt;T    Ganz recht. Im Unterschied zu einem gewöhnlichen Gutschein bleibt es unbestimmt, welche und wie viel Waren und Dienstleistungen jeglicher Art man auf seinen Gutschein bekommt, dies ist grundsätzlich Verhandlungssache zwischen den Handelspartnern. Das gilt wie für jede Art von Ware natürlich auch für Gold. &lt;p&gt;M   Wenn hier von Geld die Rede ist, was ist da gemeint, nur das, was man im Portemonnaie trägt, oder jede Form von Gutschrift? &lt;p&gt;T    Jede Gutschrift. Der bargeldlose Zahlungsverkehr wird von der Notenbank genau so in ihre Entscheidungen einbezogen wie der Austausch von Banknoten. Direkt in der Hand hat sie allerdings nur die Ausgabe von Banknoten. &lt;p&gt;S    Da gibt es aber ein Problem, schließlich könnte jemand eine Ware auch mit einer Aktie bezahlen. Aktien zählen aber doch sicher nicht zum Geld, werden also doch sicher nicht von der Notenbank kontrolliert. &lt;p&gt;T    Ganz recht, die Grenze zwischen Geld und Sachwert wird zwar durch die Notenbank definiert, sie ist aber ziemlich willkürlich gesetzt und bleibt Gegenstand von Diskussionen. Jedenfalls zählen Aktien zu den Sachwerten &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Dosierte Geldausgabe&lt;/b&gt; &lt;p&gt;M   Wir sprachen davon, dass die Begrenzung der Geldmenge auch auf anderen Kriterien beruhen könnte als auf der Hinterlegung von Wertpapieren. &lt;p&gt;T    Ja, da Geld selbst nur ein wertloser Gutschein ist, kann es ohne direkten realen Schaden beliebig vermehrt oder vernichtet werden. Indirekt wirkt das der Wirtschaft zur Verfügung gestellte Geld aber sehr wohl auf die Gesamtwirtschaft ein. Die Notenbank könnte durch wohl dosierte Geldausgabe eine überschäumende Konjunktur drosseln oder eine Rezession vermeiden. &lt;p&gt;S    Ich denke, die Notenbank soll die Verbraucherpreise konstant halten, nicht die Konjunktur steuern. &lt;p&gt;T    Richtig, das ist ihre Aufgabe, aber in den letzten Jahrzehnten beachtet sie doch mehr und mehr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und bezieht diese in ihre Entscheidungen ein. Nach meiner Meinung ganz zu recht, denn mit ihren Entscheidungen greift sie , ob gewollt oder nicht, wesentlich in den Konjunkturverlauf ein. Wie schon gesagt ist die gute Konjunktur - also die funktionierende Realwirtschaft - aber die Deckung der Währung. Die Notenbank muss also die Konjunktur ausbalancieren, und kann dann nur auf einen stabilen Geldwert hoffen. Tatsächlich könnte sie die schleichende Inflation nur verhindern, wenn sie eine schwere Depression in Kauf nähme. Deshalb vergibt die Notenbank etwas mehr Gutscheine und lässt eine Zunahme der Verbraucherpreise bis etwa 2 % im Jahr zu. 2 % bedeuten Verdoppelung der Preise in 35 Jahren. Die Probleme "schleichende Inflation" und "wirtschaftliche Depression" sind so ineinander verzahnt, dass das eine nicht ohne das andere gelöst werden kann. &lt;p&gt;S    Da stimmt doch was nicht. Es ist doch für die Wirtschaft bedeutungslos, ob ein Brot 1 Euro kostet oder 1000 Lire. Also kann die Wirtschaft doch mit einem konstanten Geldwert genau so laufen wie mit einem ständig fallenden. Wenn Geld keine Ware ist, dann könnte man doch immer nur genau so viel Geld in Umlauf geben, dass der Preis für den amtlich registrierten Warenkorb im Laufe der Jahre zwar schwankt, im Mittel aber konstant bleibt. &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Die Sperrklinke&lt;/b&gt; &lt;p&gt;T    Man könnte, aber da gibt es eine "Sperrklinke", also einen Mechanismus, der Bewegung immer nur in &lt;i&gt;einer&lt;/i&gt; Richtung zulässt. Die Sperrklinke ergibt sich aus unserer Rechtsordnung, nach der weder der Staat noch die Notenbank das Recht hat, auf die Entwicklung von Löhnen und Gehältern Einfluss zu nehmen (außer so weit der Staat selbst als Arbeitgeber wirkt). Löhne sollen zwischen Arbeitgebern und -nehmern ausgehandelt werden, das nennt man Tarifautonomie. Der Staat und die Notenbank können dabei nur zugucken. Das Ergebnis solcher Verhandlungen ist fast immer eine Lohnerhöhung, und zwar etwas über das hinaus, was gesamtwirtschaftlich vernünftig, also mit einem stabilen Warenkorbpreis vereinbar wäre. Im Zweifelsfalle wird der Arbeitgeber lieber seine Schulden nochmals erhöhen, als einen Streik in Kauf zu nehmen, denn dessen Folgen sind meist kaum übersehbar (z.B. Verlust an Kundenvertrauen). So sind unsre Firmen hoch verschuldet und auf das Wohlwollen der Banken angewiesen. &lt;p&gt;M   Das ist aus vielen Gründen bedenklich, Banken sind selbst Firmen, keine Wohlfahrtsinstitute, und sie verfolgen eigene Interessen, die nicht immer mit denen ihrer Kunden übereinstimmen. &lt;p&gt;T    Ganz recht, aber es wird schlimmer, die Notenbank versucht nun, die durch die zu hohen Lohnabschlüsse steigenden Preise ... &lt;p&gt;S    Augenblick: Wieso sollen die Preise steigen, wenn die Lohnabschlüsse hoch sind? &lt;p&gt;T    In der Marktwirtschaft bilden sich die Preise unter dem Druck von Angebot und Nachfrage. Ich gebe zu, dass das in einigen Sektoren nicht so klar ist wie es sein sollte, aber im ganzen funktioniert unsere Wirtschaft nach diesem Gesetz und nach aller Erfahrung ist diese Art Wirtschaft, die Marktwirtschaft, jeder anderen weit überlegen. Höhere Löhne bedeuten höhere Nachfrage und wenn das Angebot nicht so schnell erhöht werden kann wie die Nachfrage steigt, dann steigen notgedrungen die Preise. &lt;p&gt;S    Die Notenbank ist aber verantwortlich für das mittlere Niveau der Verbraucherpreise. was kann sie denn tun, um die Preise trotz höherer Löhne unten zu halten? &lt;p&gt;T    Sie hat dafür ein Mittel, sie erhöht die Zinsen für das Geld, das sie den Banken leiht, und das diese an ihre Kunden weiter verleihen. Das wirkt, denn die hohen Zinsen bremsen die Investitionslust der Firmen. Die neue Werkhalle wird erstmal nicht gebaut, die Baufirma muss nach einem Ersatzauftrag suchen und wenn sie einen findet, dann sicher nur zu niedrigeren Preisen. &lt;p&gt;M   Und wenn sie keinen findet? &lt;p&gt;T    Dann muss sie Leute entlassen, denn sie hat kaum Eigenkapital, um die Leute ohne Arbeit zu halten. &lt;p&gt;S    Willst Du wirklich behaupten, die hohe Arbeitslosigkeit läge an uns, den Arbeitnehmern selbst, weil wir immer zu hohe Löhne fordern? Richtig ist doch viel mehr, dass die Hersteller, der Handel und die Kapitalgeber enorme Gewinne einstreichen, von denen wir mit Recht unseren bescheidenen Anteil fordern! &lt;p&gt;T    Es werden tatsächlich große Gewinne gemacht, und die müssen dann auch wieder über Durststrecken hinweg helfen. In unserer Wirtschaft dauern die großen Gewinne nie lange, die Konkurrenz schläft nämlich nicht. Das wichtigste ist: Unternehmergewinne kennen keine Sperrklinke, sie schlagen von heute auf morgen in Verluste um. Für die schleichende Inflation sind sie deshalb nicht verantwortlich. &lt;p&gt;S    Na, ob das mit dem Konkurrenzdruck immer so richtig funktioniert, ist doch sehr zweifelhaft. &lt;p&gt;T    Deine Skepsis ist durchaus in vielen Fällen angebracht, im großen und ganzen funktioniert die Wirtschaft aber so, auch wenn ich mir für das Kartellamt ein wachsameres Auge und eine härtere gesetzliche Basis wünschte. Nein, Preise können steigen und fallen, nur die Löhne haben die Eigenschaft, nur steigen zu können. In jüngster Zeit, muss ich zugeben, hat sich angesichts dramatisch steigender Arbeitslosigkeit die Situation etwas geändert, aber wenn man über die Jahrzehnte blickt, stimmt das. Ich kann es Dir also nicht ersparen, Ihr seid verantwortlich für steigende Preise und - nach der Reaktion der Notenbank - für die Arbeitslosigkeit. Übel nehmen kann ich es Euch aber nicht, denn unsere Gesetze sind nunmal so, dass Ihr das Recht dazu habt, eben durch die Tarifautonomie. Schließlich gehören auch andere in diese Spirale zur Arbeitslosigkeit, die Arbeitgeber, die vor einem Streik immer klein beigeben, und die Notenbank, die die Zinsen erhöht. Auch die veröffentlichte Meinung ist mit schuldig, denn sie bejubelt jeden vermiedenen Streik als "vernünftige Lösung" und ignoriert, dass die Sperrklinke wieder einen Zahn weiter eingerastet ist, wieder ein kleiner Schritt zu höheren Preisen und mehr Arbeitslosigkeit getan wurde. Jeder ist in seinem Bereich für eine einzeln gesehen gute Sache zuständig und im Recht. &lt;p&gt;S    Bist Du sicher, dass es in unsrem unübersichtlichen Wirtschaftssystem nicht auch andere "Sperrklinken" gibt, z.B. im Kreditwesen oder an den Börsen? &lt;p&gt;T    Nein, da bin ich leider gar nicht sicher, aber ich kenne keine anderen. Wenn es weitere gibt, dann müssten sie jedenfalls genau so unter die Aufsicht der Notenbank gestellt werden wie die Tarifautonomen. Die Notenbank ist zuständig für die Konstanz der mittleren Verbraucherpreise. Dazu muss sie die Macht haben, die Wilderer aus ihrem Revier zu vertreiben. &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Das Recht ändern&lt;/b&gt; &lt;p&gt;M   Wenn man aus der Spirale zur Arbeitslosigkeit herauskommen will, dann müsste man also das Recht ändern? &lt;p&gt;T    Eine ungeheure Aufgabe, aber wer das Problem wirklich anfassen will, kommt darum nicht herum. &lt;p&gt;S    Sollten wir nicht doch, wenn wir schon das Recht ändern, das Recht auf Arbeit stärken, z. B. Firmen, die ihre Mitarbeiter entlassen, in Volkseigentum überführen? &lt;p&gt;T   Das wäre das Ende unserer Wirtschaft, die, alles in allem den Namen "Soziale Marktwirtschaft" durchaus verdient, die also sozial genug war und ist, den Menschen besser zu dienen, als es irgend eine Art von Sozialismus jemals konnte. Nein, jede Änderung des Rechts müsste äußerst behutsam nur genau an dem Punkt angreifen, an dem unser jetziges System versagt. &lt;p&gt;M   Und das Versagen äußert sich, wenn ich Dich recht verstanden habe, einerseits in der schleichenden Geldentwertung und andererseits in der Arbeitslosigkeit? &lt;p&gt;T    Ganz recht, die Arbeitslosigkeit muss allerdings noch durch deren Gegenteil ergänzt werden, die Überforderung der menschlichen Arbeitskraft im Währungsgebiet durch eine überschäumende Konjunktur, aber das ist z.Zt. nicht unser Problem. &lt;p&gt;S    Du wolltest das Recht ändern, aber rühr bloß nicht die Tarifautonomie an! &lt;p&gt;T    Genau das müsste man aber. Ein Vorschlag zur Güte wäre, dass die Löhne und andere Arbeitsbedingungen wie bisher ausgehandelt werden dürften, dass aber als dritte Partei in jeder Lohnverhandlung ein Vertreter der Notenbank sitzt, der bei direkter oder indirekter Gefahr für das allgemeine Preisniveau ein Verhandlungsergebnis annullieren kann. &lt;p&gt;M   In unsrer gegenwärtigen Lage müsste die Notenbank davon reichlich Gebrauch machen! &lt;p&gt;T    Ganz recht, und mit dieser Eingriffsmöglichkeit könnte die Notenbank die Inflation an der Stelle bekämpfen, an der sie entsteht und so die Überschuldung der Betriebe eindämmen. Die Volkswirtschaft, die auf der Lohnseite ständig angetrieben, aber auf der Zinsseite gebremst wird, gleicht einem Auto, das auf der linken Seite kräftig beschleunigt und rechts bremst. In der Wirtschaft muss die Bremse da ansetzen, wo die inflationären Tendenzen wirken, also bei den Löhnen. &lt;p&gt;S    Ein Vetorecht, damit wäre die Macht der Notenbank enorm gestärkt. Sie könnte damit sogar eine bereits eingetretene Geldentwertung rückgängig machen, denn die technische Entwicklung bringt ja immer mehr Produktion mit immer weniger Arbeitskraft. Für die Notenbank müssten das doch verlockende Perspektiven sein. Aber was bleibt dann für unsre Gewerkschaften? &lt;p&gt;T    Für die bleibt alles, außer Inflation produzieren. Wenn das wirtschaftliche Potential im Währungsgebiet nahezu ausgelastet ist, wächst ihnen wieder Macht zu, und diese können sie einsetzen, um die Arbeitszeit des Einzelnen klein zu halten, ob nun durch früheren Austritt aus dem Arbeitsleben, mehr Urlaub oder kürzere Arbeitszeit. Die ständige Rationalisierung und die wachsende Unlust der Verbraucher, sich zu dauernd wachsendem Konsum antreiben zu lassen, drängen die Gewerkschaften geradezu in diese für das Gemeinwohl so wichtige Rolle. &lt;p&gt;S    Bei wachsender Produktivität werden die Gewerkschaften auch sicher Verständnis dafür haben, dass der eine oder andere Krumen vom üppig gedeckten Tisch für andere Aufgaben abfällt wie Hilfe für die Dritte Welt und Umweltschutz. &lt;p&gt;M   Vergiss nicht Wissenschaft und Kunst. Aber entschuldigt, mich erschreckt zutiefst, wie weit sich unsere Gedanken von dem entfernt haben, was heute politische Realität ist! Eben haben sich die Koalitionäre doch gerade darauf geeinigt, die Lebensarbeitszeit zu verlängern statt zu verkürzen, und die Notenbank glaubt, durch Erhöhung der Leitzinsen die Wirtschaft drosseln zu müssen, also mehr Arbeitslose in Kauf nehmen zu müssen, weil die Verbraucherpreise um mehr als 2% gestiegen sind. Wer Geld als Ware und also als wertvoll ansieht, bleibt eben in der Abwärtsspirale gefangen.&lt;b&gt;&lt;/b&gt; &lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Kopfgeld&lt;/b&gt; &lt;p&gt;M   Aber um zu unsrem Thema zurückzukommen: Die Warenhäuser sind randvoll und unterbieten sich gegenseitig, kleinere Unternehmer werden dadurch in die Pleite getrieben, da wäre es doch für die Notenbank leicht, einfach mal so viele Gutscheine auszugeben, dass die Wirtschaft wieder in Fluss kommt. &lt;p&gt;T    Diese einfache Lösung wäre genau das Richtige, einfach pro Kopf 200 Euro verteilen, und wenn das nicht reicht, kann man das gleiche später noch mal tun. Jeder kann mit dem Geld machen, was er will, seine Schulden vermindern, seine Wünsche erfüllen, oder das Geld auf die hohe Kante legen. &lt;p&gt;S    Das ist doch blanker Quatsch! Das Geld verliert - gemessen am Warenkorb - sowieso schon ständig an Wert. So viel Geld an jeden ohne Gegenleistung, das muss doch die Preise hochtreiben. &lt;p&gt;T    Nein, Preise steigen nur, wenn die Nachfrage die wirtschaftlichen Möglichkeiten übersteigt. Wir haben aber nicht nur enorme Vorräte, sondern darüber hinaus große brachliegende Produktionsmöglichkeiten, die bei entsprechender Nachfrage kurzfristig mobilisiert werden könnten, natürlich würde sich das auf die Dauer entspannend auf den Arbeitsmarkt auswirken. &lt;p&gt;S    Im wesentlichen wirst Du recht haben, ganz wird sich aber ein leichter Preisanstieg nicht vermeiden lassen, denn viele Läden und Kaufhäuser vegetieren heute am Rande der Pleite und sind gezwungen, ihre Ware zu ruinös niedrigen Preisen abzusetzen. Die Beendigung dieses ungesunden Zustands ist natürlich trotz dadurch erfolgenden Preisanstiegs nur positiv zu werten. &lt;p&gt;M   Sicher, aber gehen wir mal davon aus, Du hättest Recht, und man brauchte nur Geld zu drucken, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die Gewerkschaften würden sich freuen, endlich wieder "einen guten Schluck aus der Pulle" tun zu können ... &lt;p&gt;S    ... wozu sie viele gute Gründe vorbringen würden, besonders die soziale Gerechtigkeit. &lt;p&gt;T   Diese ist aber am besten aufgehoben in einer funktionierenden Wirtschaft, und für diese ist Lohnerhöhung Gift! Die so wichtige Entschuldung des produzierenden Gewerbes und der öffentlichen Hand würde so wieder zunichte gemacht, die Spirale zur Arbeitslosigkeit wäre nicht unterbrochen. Nein, wenn die Notenbank zusätzliches Geld machen soll, dann nur, wenn sichergestellt ist, dass die Gewerkschaften still halten, bzw., und das scheint mir dringend erforderlich, wenn die Tarifautonomie gesetzlich eingeschränkt wird, etwa durch ein Vetorecht der Notenbank, von dem wir schon sprachen. &lt;p&gt;S    200 EURO Kopfgeld, das sind in Deutschland 16 Milliarden und im Währungsgebiet entsprechend mehr. Wie soll die Notenbank jemals wieder darauf zugreifen können? Die Notenbank legt doch so viel Wert darauf, dass alles Geld irgend wann wieder durch ihre Hände geht. &lt;p&gt;M   ... und das mit Recht, denn es muss bei überschäumender Konjunktur auch wieder aus dem Verkehr gezogen werden können. &lt;p&gt;T    Zur Zeit kann die Notenbank nur auf folgende Weise Geld aus dem Verkehr ziehen: Die bei ihr hinterlegten Wertpapiere werden am Ende ihrer Laufzeit mit Geld eingelöst. Dieses Geld fließt im Normalfall dadurch in die Wirtschaft zurück, dass die Notenbank neues Geld nach Hinterlegung neuer Wertpapiere ausgibt. Die Notenbank kann aber durchaus die Hürden für die Ausgabe neuen Geldes so hoch legen, dass mehr Geld zu ihr zurückfließt, als sie neues ausgibt. Dieser Geldrücklauf reicht unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz sicher nicht aus, eine überschäumende Konjunktur zu bremsen. &lt;p&gt;S    Wenn man einmal erkannt hat, dass Geld wertlos ist und die Geldschöpfung und -vernichtung die zentralen Elemente zur Steuerung der Konjunktur sind, dann kommt der Notenbank eine ganz andere Stellung zu als bisher. Dann ist sie nicht mehr eine Bank mit der Aufgabe, Geld in dem Maße zur Verfügung zu stellen, dass die Verbraucherpreise konstant bleiben, sondern in dem Maße, eine gute Konjunktur aufrecht zu erhalten. &lt;p&gt;M   ... und die Preise, meinst Du wirklich, die blieben stabil, wenn nur eine stabile Konjunktur aufrecht erhalten würde und die "Sperrklinken" außer Kraft sind? &lt;p&gt;T    genau davon bin ich überzeugt, aber ich wiederhole, dass ich unter einer stabilen Konjunktur keinesfalls eine überschäumende verstehe und einen kleinen Prozentsatz von Arbeitslosen für vernünftig halte. &lt;p&gt;M   Um die Preise stabil zu halten, könnte das Vetorecht der Notenbank bei Tarifverhandlungen ausreichen. Aber wie ist es, wenn große Mengen Geldes in Sachwerte drängen und die Konjunktur überschäumt, auch dieser Situation müsste die Notenbank gewachsen sein. &lt;p&gt;T    Für die Vernichtung größerer Mengen Geldes bei überschäumender Konjunktur müsste sie das Recht erhalten, Steuern zu erheben und diese Einnahmen dann zu vernichten. Das bedeutet verwaltungstechnisch, dass die Eintreibung von Steuern direkt der Notenbank unterstellt werden müsste. Der Staat oder die Staaten erhalten von der Notenbank ein festes Gehalt, das nichts mit den Einnahmen zu tun hat, die der Notenbank über die Finanzämter zufließen. Damit bleiben die finanziellen Möglichkeiten der Staaten von der allgemeinen Konjunktur abgekoppelt, was sich auch unabhängig von unsren bisherigen Überlegungen ausgesprochen dämpfend auf die Konjunkturzyklen auswirken würde. &lt;p&gt;S    ... und die Geldvernichtung durch die Notenbank stellt keinerlei realwirtschaftlichen Schaden dar, denn es handelt sich bei dem Geld um Gutscheine, die wegen der überlasteten Volkswirtschaft realwirtschaftlich nicht gedeckt sind. &lt;p&gt;T    Ich sehe Du hast sehr genau begriffen, was ich meine, denn Du trennst schon richtig zwischen Real- und Geldwirtschaft. &lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Realwirtschaft und Geldwirtschaft&lt;/b&gt; &lt;p&gt;M   Im täglichen Leben sind für mich Real- und Geldwirtschaft dasselbe. Wenn ich Geld hab, habe ich auch Brot. &lt;p&gt;T    Und so denken fast alle, nehmen es für selbstverständlich, dass das Geld ihnen den Zugang zu realen Werten erschließt. Kein Kaufmann, nicht einmal ein Banker braucht sich Gedanken darüber zu machen, ob Geld eine Ware zum Tausch gegen andere Ware oder ein Gutschein ohne eigenen materiellen Wert ist. Dennoch ist die Unterscheidung von zentraler Bedeutung, wenn man sich Gedanken über die Gesamtwirtschaft im Währungsgebiet macht. &lt;p&gt;S    Wenn ich kein Geld mehr auf dem Konto habe, kann ich nichts mehr ausgeben, wenn die Bundesrepublik kein Geld hereinbekommt, muss sie auch kurz treten. &lt;p&gt;M   Und wenn im ganzen Währungsgebiet das Geld fehlt, müssen dann eben alle den Gürtel enger schnallen? Müssen wir Arbeitslosigkeit, Schlaglöcher in den Straßen, heruntergekommene Schulen, geschlossene Theater, verwilderte Parkanlagen, leer stehende Kaufhäuser, verrostende Fabrikanlagen und eine resignierende Bevölkerung brav erdulden, denn es fehlt doch nun mal am Geld? &lt;p&gt;T    Ja sagen heute alle Politiker, für sie ist Geld eine Ware, wie jede andere. Wenn wir kein Öl mehr hätten, müssten wir uns ja auch damit abfinden und eben weniger fahren. Alle Maßnahmen, ob das Schließen von Badeanstalten, das Kürzen von Renten, das Aufschieben von Bauvorhaben, alles zielt darauf, die Realwirtschaft an die siechende Geldwirtschaft anzupassen, also unseren Lebensstandard immer weiter herunter zu ziehen. &lt;p&gt;S    Wer das Problem lösen will, muss einsehen, dass Geld eben keine Ware ist, sondern von Menschen ausgeschriebene Gutscheine, die beliebig vermehrbar und vernichtbar sind, ohne dass reale Werte geschaffen oder vernichtet werden. Er muss also die Geldwirtschaft an die Realwirtschaft anpassen, nicht umgekehrt, wie es zur Zeit geschieht. &lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Entschuldung&lt;/b&gt; &lt;p&gt;S    Wir sprachen von Kopfgeld als Lösung des Problems Geldmangel. Eine andere Möglichkeit der Geldvermehrung, die parallel bedacht werden sollte, ist die Entschuldung. Die reale Wirtschaft und mit ihr auch die öffentliche Hand leiden unter einem Übermaß an Altschulden, für die es innerhalb der Realwirtschaft schon lange keine Rechtfertigung mehr gibt. &lt;p&gt;M   Moment mal, was Schulden in der Geldwirtschaft sind, weiß ich, aber was sind denn Schulden, realwirtschaftlich gesehen? &lt;p&gt;T    Angenommen, Du willst Dir ein Haus bauen und Herr Müller meint, er brauche ein neues Auto. Herr Müller entschließt sich, den Autokauf noch einige Jahre hinauszuschieben und trägt das für das Auto bestimmte Geld zur Bank. Die Bank verleiht das Geld weiter an Dich, so dass Du Dein Haus bauen kannst. Realwirtschaftlich hat Herr Müller auf Konsum verzichtet, indem er seinen Klapperkasten weiterfährt. Bei begrenztem volkswirtschaftlichem Potential ist dies ein sinnvoller Vorgang, denn die allgemeine Wirtschaftskraft wird dank der sinnvollen Einrichtungen "Geld" und "Bank dorthin geleitet, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Du hast jetzt Dein Haus und Geldschulden bei der Bank. Realwirtschaftlich ist die Schuld Deine Pflicht, Herrn Müller nach einigen Jahren zu seinem Auto zu verhelfen. &lt;p&gt;M   ... und die Zinsen, die Herr Müller kassiert? &lt;p&gt;T    die hat er sich redlich verdient, schließlich erträgt er das Klappern seines alten Autos und Du wirst ihm sicher gönnen, dass er sich von den Zinsen Oropax kauft. Auch die Bezahlung des Konsumverzichts in Form von Zinsen hat also in einer Wirtschaft, die die Grenzen ihrer Möglichkeiten ausfüllt, ihren realwirtschaftlichen Sinn. &lt;p&gt;S    ... in einem begrenzten volkswirtschaftlichen Gesamtpotential, aber gerade diese Grenzen werden doch z.Zt. überhaupt nicht erreicht! &lt;p&gt;T    Genau das ist das Problem. Wir sprachen vorhin davon, dass die Gewerkschaften durch Streikdrohung die Unternehmen in dauerhaft hohe Verschuldung zwingen, die Notenbank den drohenden Anstieg der Verbraucherpreise durch Erhöhung der Zinsen begegnet, damit die Verschuldung der Unternehmen noch drückender macht, und beides die Unternehmen zu Entlassungen zwingt. Auf diese Weise sind wir jetzt in einer Lage, in der die Volkswirtschaft ihr Potential bei Weitem nicht ausfüllt. Die Realwirtschaft wird von der Geldwirtschaft stranguliert. Die Baumaschinen, die für viele überlastete Fernstraßen dringend gebraucht würden, verrosten, die Firmen gehen pleite. Dabei ist diese allgemeine Verschuldung überhaupt kein reales Problem, sondern ein rein monetäres, das sich der Staat selbst aufgehalst hat durch unsinnige Geldwirtschaft. &lt;p&gt;M   Der Staat? &lt;p&gt;T    Ja, der Staat. Egal, ob man darunter Berlin oder Brüssel versteht, er kann sich nicht hinter der Notenbank verstecken, denn diese ist sein Werk, nicht umgekehrt. &lt;p&gt;S    Nun, die Situation ist nun mal so. Was also sollte der Staat tun? &lt;p&gt;T    Die Verschuldung der Öffentlichen Hand scheint mir leicht zu beheben. Zur Zeit liegt diese Verschuldung z.B. in Form von Schatzbriefen weit gestreut in privater Hand. Bei Fälligkeit eines solchen Schatzbriefes kauft ihn die Öffentliche Hand gegen Geld zurück. In der gegenwärtigen Situation hat aber der Staat das Geld dafür gar nicht, also legt er gleich wieder neue Schatzbriefe auf und verkauft sie wieder an Interessenten. Die Entschuldung kann nun dadurch erfolgen, dass der Schatzbrief nicht vom Staat zurückgekauft wird, sondern von der Notenbank gegen neues Geld. Das läuft auf eine erhebliche Geldvermehrung heraus, die ja zur Zeit sehr erwünscht ist, und wegen der nicht ausgenutzten Wirtschaftspotentiale wirkt sie sich auch nicht auf die Verbraucherpreise aus. &lt;p&gt;M   ... letztlich wäre eine solche Maßnahme nur die Rücknahme einer jahrelangen Fehlentwicklung. &lt;p&gt;T    So ist es. &lt;p align="center"&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Altschulden&lt;/b&gt; &lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;M&lt;b&gt;   &lt;/b&gt;Du sprachst vorhin von einem Übermaß an Altschulden, für die es realwirtschaftlich gesehen schon lange keine Rechtfertigung mehr gibt. Nachdem Du uns so anschaulich erklärt hast, was Schulden realwirtschaftlich bedeuten, kannst Du uns vielleicht auch erklären, was Du unter solchen Altschulden verstehst.&lt;b&gt;&lt;/b&gt; &lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;T    Das Beispiel vorhin (S. 10) zeigte eine Verschuldung, die für den Geldgeber wie für den Geldnehmer vorteilhaft war, und dadurch, dass in einer Volkswirtschaft mit begrenztem Potential der dringlichste Wunsch zuerst erfüllt wurde, auch volkswirtschaftlich sinnvoll war. Nehmen wir jetzt an, dass ein Maurer einen Kleinlaster auf Kredit kauft. Nach einigen Jahren ist er verrostet und muss verschrottet werden. Die&lt;b&gt; &lt;/b&gt;Schuld wurde vielleicht auf eine andere Bank übertragen, aber jedenfalls nicht ganz abbezahlt. Weil der Maurer einen neuen Lastwagen braucht, ist er nun erst recht nicht in der Lage, seine Restschuld auf den Schrottwagen zu begleichen. Jetzt erhält die Bank laufend Zinsen, der Zinszahler aber hat keinerlei Vorteile davon. Wir können dazu nur sagen, der Mann hat sich übernommen, und wenn er so weiter wirtschaftet, wird er bald pleite machen. Realwirtschaftlich sinnvoll sind also nur solche Schulden, die dem Schuldner realwirtschaftlichen Vorteil bieten (im Beispiel die Benutzung des Kleinlasters). &lt;p&gt;S    Ein pleite gehender Maurer ist volkswirtschaftlich kein Unglück. Was ist aber, wenn ein großer Teil der Schulden, die Firmen, Privatleute und die öffentliche Hand bedienen müssen, solche Altschulden sind, also realwirtschaftlich nicht gerechtfertigt sind? &lt;p&gt;T    Dann fließen permanent Zinsen in die Hände von denen, die vor Jahren das Glück hatten, oder auch tüchtig genug waren, Geld verleihen zu können, und nun haben sie im Laufe der Jahre immer mehr zu verleihen. Die Schuldner haben keinen realwirtschaftlichen Vorteil davon, können keine Maschinen kaufen, keine Leute einstellen, die Realwirtschaft wird erdrosselt mit all den furchtbaren Konsequenzen. &lt;p&gt;M   Wenn der Einzelne versagt, ist es dessen Schuld, wenn aber der ganze Wirtschaftsraum versagt, hat die Notenbank nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt! &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Totes Geld&lt;/b&gt; &lt;p&gt;S    Ich mag an all das nicht recht glauben. Könnte es nicht sein, dass das Geld in der Summe gar nicht knapp ist, also realwirtschaftlich gesprochen ein großer Überschuss an Ansprüchen an die Volkswirtschaft besteht, aber - aus welchen Gründen auch immer - nicht verwirklicht wird? &lt;p&gt;M   Das ist sicher so, aber das ist doch ganz natürlich, dass in einer wohlhabenden Gesellschaft jeder etwas auf der hohen Kante hat für Notfälle, Alter, Krankheit oder auch besondere Wünsche. &lt;p&gt;S    Das muss die Notenbank akzeptieren, nicht alles Geld wird gleich in Sachwerte konvertiert, und in der Not oder der Befürchtung von Arbeitslosigkeit neigt man vernünftiger weise besonders zum Sparen. &lt;p&gt;T    Die Notenbank müsste, um das mittlere Preisniveau zu erhalten, gar nicht auf die Menge des in der Welt verteilten Geldes achten, sondern nur auf das Geld, das gegenwärtig im Währungsgebiet den Konsum erhöht und damit bei begrenzter Produktion preistreibend wirkt. Sie muss also den Binnenmarkt beobachten und danach ihre Zinsforderungen richten, nötigen falls zur Behebung bereits erfolgter Fehlentwicklungen sogar - wie schon dargelegt (S. 7 und 10) - Kopfgelder zahlen und (oder). entschulden. Die Menge des von ihr im Laufe der Zeit ausgegebenen Geldes ist ohne praktische Bedeutung. &lt;p&gt;M   Damit wäre sicher viel geholfen, aber bestimmt wäre nicht alles gelöst. Was wir hier überlegen können, sind die gegenwärtigen und die absehbaren Probleme. &lt;p&gt;T    Wir sollten aber nie vergessen, dass Glück und Zufriedenheit der Menschen kaum vom materiellen Wohlstand abhängen. Wir können uns mit Wirtschaft und Währung zwar dem Schlaraffenland nähern, aber das Paradies auf Erden (der Seelenfrieden) liegt nicht auf dieser Ebene! &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Währungsgebiet und Außenhandel&lt;/b&gt; &lt;p&gt;S    Wir haben jetzt immer nur vom Staat und der Öffentlichen Hand gesprochen. Noch zu DM-Zeiten wäre natürlich die Bundesrepublik gemeint gewesen, aber heute? &lt;p&gt;M   Natürlich das Währungsgebiet des Euro. &lt;p&gt;S    Das gibt aber Probleme, schließlich gibt es im Währungsgebiet auch recht gut funktionierende Volkswirtschaften, deren Konjunktur bei Entschuldung oder Kopfgeld überschäumen würde. &lt;p&gt;T    So ist es leider, alles wäre viel einfacher, wenn wir die Depression mit der DM zu meistern hätten. Es ist aber, wenn nicht endlich etwas Gründliches auf dem Währungssektor geschieht, nur eine Frage der Zeit, dass die Depression in Deutschland das ganze Währungsgebiet mitreißt, und dann sollten bereits andere Gesetze gelten. Dazu hätte schon längst währungspolitisch gehandelt werden müssen! &lt;p&gt;S    Nicht nur das Währungsgebiet macht uns Sorge sondern auch der Außenhandel. Verliert denn das, was wir uns hier zusammengetüftelt haben, nicht seinen Sinn, wenn man den umfangreichen Außenhandel des Währungsgebietes berücksichtigt? &lt;p&gt;T    Das glaube ich keinesfalls. Schließlich beruht auch aller Außenhandel nur auf Geben und Nehmen. Das gilt sowohl für die Realwirtschaft wie für die Geldwirtschaft (Die Ausnahme Entwicklungshilfe ist leider gesamtwirtschaftlich völlig unbedeutend). Alles, was wir besprochen haben, bleibt gültig, egal ob es sich realwirtschaftlich um deutsche Werkzeugmaschinen oder japanische Autos handelt. &lt;p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Vergangene Zeiten&lt;/b&gt; &lt;p&gt;M   Kann man die Mängel in der Art, wie bisher das Geld von den Zentralbanken in Umlauf gebracht wird, nicht vielleicht am Konjunkturverlauf vergangener Zeiten erkennen? &lt;p&gt;T    Dessen bin ich sicher. Ich halte eine Krise wie in den USA 1929 auch bei uns und in unsrer Zeit für möglich. Die vielen stümperhaften Empfehlungen in unsren Medien, für deren Gegenteil immer genau so gute Argumente gelten, lassen mich das Schlimmste befürchten. &lt;p&gt;M   Du meinst also, die Weltwirtschaftskrise 1929 sei durch falsche Geldpolitik entstanden? &lt;p&gt;T    Das meine ich. Die Verantwortlichen glaubten damals noch an die Goldbindung des Dollars, das machte es unmöglich, ihn als Steuerungsmittel der Wirtschaft einzusetzen. Insofern war das Versagen der Fed (Notenbank der USA) vielleicht entschuldbar. Von wissenschaftlicher Seite wurde aber schon vor dem ersten Weltkrieg an Geld als wertfreies, staatliches Zahlungsmittel gedacht (siehe z.B. G. F. Knapp: Staatliche Theorie des Geldes, 3. Auflage 1921. &lt;p&gt;S    Aber die Hausse, die der Katastrophe in den USA vorausging, hätte doch unmöglich immer weiter gehen können? &lt;p&gt;T    Die hätte man bereits, lange bevor sie sich überschlug, geldpolitisch herunter regeln müssen, dann wäre die Hausse (und die nachfolgende Katastrophe) gar nicht erst eingetreten. &lt;p&gt;M   Gab es nicht auch in der Bundesrepublik schon Zeiten, wo man geldpolitisch hätte eingreifen müssen? &lt;p&gt;T    Ganz sicher, aber im großen und ganzen ist ja alles ganz gut gegangen. Immerhin ist das Hereinholen fremder Arbeitskräfte in unser damals (in den sechziger Jahren) von den Ostflüchtlingen übervölkertes Land eine Folge von zu viel Geld, ganz gleich wie man heute über Sinn oder Unsinn dieser Maßnahmen denkt. &lt;p&gt;M   Wir haben uns in unsrem Gespräch doch so weit von der heutigen Realität entfernt, da kann ja nie was draus werden. &lt;p&gt;T   Das stimmt leider, aber wir wollten nicht nach der Machbarkeit fragen, die meisten Menschen nehmen lieber Inflationen, Depressionen, Revolutionen und Kriege in Kauf, als dass sie, so lange es Zeit ist, ihre Denkgewohnheiten ändern. &lt;p&gt;S    Wir sollten nicht zu weit abschweifen. Was ich aber aus unsrem Gespräch unbedingt festhalten möchte, ist: &lt;p&gt;1) Es gibt eine reale Wirtschaft und eine Geldwirtschaft. Zur Zeit fehlen keine Realitäten (z.B. menschliche Arbeitskraft, Wasser, Öl, Gold), sondern nur Geld. Geld sollte in den Händen der dafür Verantwortlichen ein zentrales wirtschaftliches Steuerungsmittel sein, das selbst nicht zu den Realitäten zählt, also wertfrei ist. Es kann nach Bedarf vermehrt oder vermindert werden, um die reale Wirtschaft zu ermuntern oder zu bremsen.. &lt;p&gt;2) Zur Zeit stranguliert das fehlende Geld die reale Wirtschaft. Das Geld wird also als Steuerungsmittel nicht sinnvoll eingesetzt. &lt;p&gt;3) Kopfgeld und Entschuldung sind geeignete Mittel, Fehlentwicklungen der Vergangenheit rückgängig zu machen. Um dadurch entstehende Inflation zu vermeiden, muss die Macht der Tarifautonomen eingeschränkt werden. &lt;p&gt;4) Als Nebeneffekt der eingeschränkten Tarifautonomie könnte endlich der Warenkorbpreis langfristig konstant gehalten werden und sogar ein schon erfolgter Wertverfall über die Jahre rückgängig gemacht werden. &lt;p&gt;5) Wenn die Notenbank Geld frei schöpfen soll, je nach Lage der Konjunktur, muss sie auch in der Lage sein, Geld in großen Mengen zu vernichten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, dass die Steuergelder zuerst durch &lt;i&gt;ihre &lt;/i&gt;Hände fließen müssen. Die öffentlichen Hände können dann ein festes Gehalt von der Notenbank erhalten. &lt;p&gt;6) Durch die Einführung des Euro in einer großen Währungsgemeinschaft mit sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften ist das Konzept einer durch das wirtschaftliche Potential gesteuerten Geldmenge nur noch sehr schwer durchsetzbar. Ein wirtschaftlicher Niedergang in Deutschland würde aber das ganze Währungsgebiet mitziehen. Deshalb ist die Durchsetzung um so dringender. &lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Wiedertreffen im November 2008&lt;/b&gt; &lt;p&gt;M   So geht das nicht weiter, bis jetzt konnte ich mich noch gerade so über Wasser halten, im letzten halben Jahr hatte ich sogar immer ein kleines Auftragspolster. Aber jetzt kann ich froh sein, wenn ich laufende Arbeiten noch fertig stellen kann. Die Kunden stornieren Ihre Aufträge laufend. Mir wird nichts übrig bleiben als Arbeitslosigkeit und Harz IV. &lt;p&gt;S    Mir geht es doch auch nicht anders, im Moment hat unser Boss noch gut zu tun, aber er hat uns schon vorgewarnt, dass er uns, wenn die Auftragslage nicht besser wird, nicht mehr halten kann. Wir dachten doch, wenn die Banken nach der Milliarden-Rettungsaktion der Regierung endlich wieder in Schwung kommen, dass dann die Wirtschaft auch wieder läuft. Aber die Banken zieren sich, sind im krassen Gegensatz zum schnellen Handeln der Regierung äußerst zögerlich. Es heißt so schön: "Man kann die Pferde zwar zur Tränke führen, aber saufen müssen sie selbst". &lt;p&gt;M   Zur Zögerlichkeit haben die Banken auch gute Gründe. Alle Wirtschaftsprognosen erwarten nur geringes Wachstum oder gar Rezession, in solcher Lage kommen auch die Banken mit wenig Geld aus. Außerdem fürchten sie, vom Staat gegängelt zu werden. Die Begrenzung der Managergehälter auf eine halbe Million Euro im Jahr ermuntert die Manager auch nicht gerade, öffentliche Gelder für ihre Banken anzunehmen. &lt;p&gt;T    Na, Du hast ja eine miserable Meinung über die Bankmanager, wenn Du meinst, dass die ihr kurzfristiges Eigeninteresse höher werten als eine gedeihliche Realwirtschaft. Wenn das so wäre, dann allerdings wäre dieser Berufsstand eine Ansammlung fieser Charaktere, aber das will ich nun doch nicht behaupten. &lt;p&gt;S    Wie dem auch sei, vor Jahren hast Du ja eine ganz andere Geldwirtschaft vorgeschlagen mit Vetorecht der Notenbank bei Tarifverhandlungen, mit Kopfgeldzahlungen der Notenbank, mit festem Gehalt für die öffentlichen Hände und Verfügungsrecht der Notenbank über die Steuereinnahmen. Wäre dieses System in der Lage, mit dem heutigen Problem fertig zu werden? &lt;p&gt;T    Ohne Frage Ja. Die Notenbank würde Kopfgeld auszahlen und die Pferde würden saufen. Die Endverbraucher braucht man nicht lange zu bitten, dass sie endlich Geld annehmen. Wirtschaft muss von unten her, vom Verbraucher her angekurbelt werden. Ohne zahlungskräftige Bevölkerung sind alle Investitionen sinnlos, auch die langfristigen. &lt;p&gt;S    Da liegt doch meine Gewerkschaft mit 8 % Lohnforderung gerade richtig. &lt;p&gt;T    Könnte man denken, aber leider würdet Ihr Euch vor allem ins eigene Fleisch schneiden. Die umgebende Wirtschaft ist nun mal so, dass erhöhter Lohn schnell zum Arbeitsplatzverlust führt, sei es durch billigere Arbeitsplätze im Ausland, sei es durch vermehrten Einsatz intelligenter Maschinen. Außerdem ist Kopfgeld natürlich ungleich sozialer, als ein kräftiger Schluck einer bestimmten Berufsgruppe. &lt;p&gt;M   Die Regierung hat eine Unsumme bereitgestellt als Bürgschaft, um den Finanzverkehr zwischen den Banken wieder in gang zu bringen. Wenn diese Summe wirklich fällig würde, hätte Deutschland ein enormes Problem, an einen Abbau der riesigen Staatsverschuldung wäre auf unabsehbare Zeit nicht mehr zu denken. &lt;p&gt;S    Hoffentlich baut der Staat seine Schulden nie mehr ab, Sparsamkeit des Staates drückt die Konjunktur und das müsste unbedingt vermieden werden. &lt;p&gt;T    Schulden bedeuten Zinszahlungen, der Staat muss seine Schulden abbauen, aber er kann das praktisch nur in Zeiten guter Konjunktur. Bisher allerdings hat fast jede Regierung vor dieser Aufgabe gepasst, einzige Ausnahme: Bundeshaushalt 1953-1957 (der sog. Juliusturm). &lt;p&gt;&lt;p&gt;S    Das ist aber lange her! Damals haben meine Eltern noch fast ihr ganzes Geld für Wohnung und Essen ausgegeben. So wie heute: jedes Jahr neue Klamotten für die Tochter, Auto, Fernseher, Computer, zum Essen ausgehen, all das gab es nicht. &lt;p&gt;T    So war das, aber gerade hierin liegt ein Teil des heutigen Problems. Heute geben wir das meiste Geld für Dinge aus, die unser Leben auf angenehme Weise bereichern, die aber nicht wirklich lebensnotwendig sind. Wenn dann weniger rosige Zeiten in Aussicht stehen, werden wir vorsichtig mit dem Geldausgeben. &lt;p&gt;S    Das ist doch ganz vernünftige Vorsorge. &lt;p&gt;T    Natürlich, individuell gesehen ist das richtig, für die Gesamtwirtschaft aber verheerend, weil die düsteren Aussichten zu allgemeiner Kaufzurückhaltung und damit zu neuen Arbeitslosen führen. Die düsteren Aussichten verdüstern sich also verstärkt. &lt;p&gt;S    Das ist ein wesentlicher Unterschied zu der Wirtschaftskatastrophe von 1929. Damals blieb den Arbeitslosen nur Hungern und Frieren, kein Wohlstandspolster erlaubte Sparen ohne Abstriche am existentiell Notwendigen. &lt;p&gt;M   Wenn die Abwärtsspirale aus vorsorglichem Konsumverzicht, wachsender Arbeitslosigkeit, mangelndem Konsum wegen Armut, dadurch weiterer Arbeitslosigkeit usw. sich immer weiter dreht, landen wir doch noch beim Hungern und Frieren. &lt;p&gt;T    Der Absturz im Lebensstandard aus dem heutigen hohen Niveau wäre so tief, dass schließlich auch der Dümmste merken würde, dass etwas im System faul ist. &lt;p&gt;M   Die heutigen verzweifelten Versuche, erst die Banken, dann die Autoindustrie und schließlich die gesamte Wirtschaft mit Staatsgeldern zu retten, sind doch Wahnsinn. Der Staat bezieht sein eigenes Geld immer nur aus der Wirtschaft. Wenn er die Wirtschaft retten will, dann bitte irgendwie, aber nicht mit Steuergeld! &lt;p&gt;T    Und damit sind wir wieder beim Thema: Ohne die Notenbank geht nichts. &lt;p&gt;S    Du meinst also, man sollte Kopfgeld zahlen. &lt;p&gt;T    Natürlich, aber es gibt noch ein sehr grundsätzliches Problem. Das gegenwärtige System der Geldschöpfung scheint mir in sich selbst instabil zu sein. Die Notenbanken verschenken kein Geld, sondern bestehen grundsätzlich darauf, dass ausgegebenes Geld später zurückgezahlt wird, also nur geliehen ist, und dass für die Ausleihung auch noch Zinsen zu zahlen sind. &lt;p&gt;M   Bei 2% Leitzins muss also die Wirtschaft des Währungsgebietes auf jeden bei der Notenbank gezogenen Euro nach einem Jahr 1,02 Euro an die Notenbank zurückzahlen. Der Euro mag ja im Wirtschaftsraum in Banknoten und Münzen noch aufzutreiben sein, woher sollen aber die 2 Cent kommen, die Wirtschaft darf doch kein Geld machen? &lt;p&gt;T    Praktisch bleibt die Wirtschaft gegenüber der Notenbank mit 2 Cent in der Kreide. &lt;p&gt;S    Das Währungsgebiet verschuldet sich also ständig gegenüber der Notenbank. &lt;p&gt;T    So ist es nun allerdings auch nicht. Alle Ausgaben der Notenbank (Gehälter ihrer Angestellten, Baulichkeiten usw.) fließen natürlich wieder in die Wirtschaft, obendrein werden Überschüsse der Notenbank an die EU ausgezahlt, die diese gerne annimmt und ausgibt. Insoweit scheint das System also stabil zu sein. &lt;p&gt;M   Du meinst trotzdem, das System der Geldschöpfung sei in sich selbst instabil? &lt;p&gt;T    Das Problem wird erkennbar, wenn man Extreme ansieht. Zunächst denke man an den Neubeginn einer Währung: Die Währungsreform 1948 war nur dadurch in Gang zu bringen, dass man Kopfgeld zahlte, nie rückzahlbares, nicht verzinsliches Geld, ich will es "Plusgeld" nennen. Der Gegensatz zum Plusgeld ist das Minusgeld, bei dem die Summe aus Soll und Haben um den Zinsbetrag negativ ist. Die Ausgabe von Plusgeld war richtig, schließlich gab es Ware und es gab Konsumenten. Um beides zueinander zu führen, musste Geld erstmal da sein. &lt;p&gt;S    Das hat doch aber mit der heutigen Zeit nichts mehr zu tun. &lt;p&gt;T    Doch, auch unsere Zeit verlangt erkennbar Plusgeld. So lange die Wirtschaft ständig wächst, braucht man sich um seine Schulden keine Sorgen zu machen. Bei sinnvollen Investitionen kann man sicher sein, das Darlehen mit Zinsen zurückzahlen zu können. Das gilt aber nicht bei stagnierender oder rückläufiger Wirtschaft. Dann versucht jeder, ohne Darlehen auszukommen und möglichst schnell bestehende Schulden abzubezahlen, denn er weiß nicht, ob er in Zukunft seine Ware noch absetzen kann, oder ob er dann noch seinen Arbeitsplatz hat. Wenn aber niemand mehr Schulden hat, hat auch niemand mehr Minusgeld, denn alles Minusgeld ist einer Bank geschuldet und die Banknoten letztlich der Notenbank. &lt;p&gt;M   Schrecklich, wenn es kein Geld mehr gibt, dann sind wir ja wieder bei der Tauschwirtschaft! &lt;p&gt;T    Vermutlich noch nicht ganz. Im Extremfall gibt es immer noch Plusgeld. Dies setzt sich zusammen aus dem Kopfgeld von 1948 und solchem Geld, das eine Bank einmal bei der Notenbank gezogen hat, das dann aber nicht mehr rückgezahlt werden kann, weil die Bank inzwischen pleite ist. In jedem Falle ist das viel zu wenig, um die Wirtschaft auf heutigem Niveau halten zu können, denn die Notenbanken hatten in allen zurückliegenden Jahrzehnten immer den Ehrgeiz, ohne Plusgeld auszukommen. &lt;p&gt;M   Früher gab es doch die Goldwährung, war das nicht pures Plusgeld? &lt;p&gt;T    Genau so war das, für Gold brauchte niemand, der es besaß, Zinsen zu bezahlen. Ihr wisst, ich halte nichts von der Goldwährung, aber diesen Nachteil, dass im Strudel wirtschaftlicher Abwärtsbewegung schließlich gar kein oder fast kein Geld mehr zur Verfügung steht, den hatte die Goldwährung nicht. Gold war immer in der Welt, es wurde durch Kaufzurückhaltung nicht weniger. Ohne Plusgeld rutscht die Wirtschaft, wenn sie einmal durch irgend einen Anlass ins Rutschen gekommen ist, bis zurück in den Tauschhandel. &lt;p&gt;S    Der Anlass, der wegen der internationalen Verflechtungen heute die ganze Weltwirtschaft herabzieht, war die, vielleicht gut gemeinte und sozial gewollte, aber leichtfertige Vergabe von Krediten an zahlungsunfähige Häuslebauer in den USA. &lt;p&gt;M   Mir scheint, man hat denen den Himmel versprochen und sie dann im Regen hoher Zinsen stehen lassen. &lt;p&gt;T   Das ist und bleibt sozial äußerst verwerflich. Dass darüber aber die Weltwirtschaft zusammenbricht, das ist weder Schuld der Häuslebauer noch der verführenden Hypothekenbanken, sondern der Notenbanken, die sich an der Illusion festklammern, mit Minusgeld allein auskommen zu können, und die damit ein in sich instabiles System geschaffen haben. &lt;p&gt;S    Du meinst wirklich, das System der Geldschöpfung beruhe in allen Industriestaaten der Welt auf einem prinzipiell instabilen System? Das hätte man doch längst theoretisch durchschauen müssen. &lt;p&gt;T    Hätte man. Ich gehe davon aus, dass von Außenseitern innerhalb der Notenbanken auch tatsächlich rechtzeitig gewarnt wurde, dass diese Mitarbeiter aber stets mundtot gemacht wurden, denn wenn solche Töne nach außen dringen, löst man damit ja den Absturz aus. &lt;p&gt;S    Um so dringender, jetzt jedenfalls, nachdem die Instabilität offensichtlich ist, klar zu sehen und laut und deutlich die Wahrheit zu sagen. &lt;p&gt;M   Übrigens wären die USA mit vergleichsweise geringem Schaden davongekommen, wenn sie den Häuslebauern selbst aus der Misere geholfen hätten, also die Realwirtschaft in diesem kleinen Bereich unter dem Stichwort soziale Hilfe mit Steuergeldern abgestützt hätten. Weit teurer wäre schon die Rettung der Bank Lehman Brothers geworden, die jetzige Misere ist jedenfalls teurer als jeder frühere Eingriff, den anfangs noch die USA, heute nur noch die Notenbanken der Welt bewältigen können. &lt;p&gt;T    ...und bewältigen müssen, sie tragen die Verantwortung für die Instabilität, und sie müssen ihr System ändern, und das mit klugen und schnellen Maßnahmen, den Blick ständig auf die Realwirtschaft gerichtet &lt;p&gt;M   Gerade habe ich in der Zeitung gelesen, dass sich in Amerika die Fed in Absprache mit der Regierung entschlossen hat, 800 Milliarden Dollar zum Ankauf fauler Wertpapiere und für sonstige konjunkturbelebende Maßnahmen bereitzustellen. &lt;p&gt;T    Ankauf fauler Kredite durch die Notenbank ist im Ergebnis die Ausgabe von Plusgeld und also genau das richtige. Natürlich reicht diese Maßnahme bei weitem nicht aus. Wir haben ja vor Jahren besprochen, wie ein anderes System der Geldschöpfung funktionieren könnte. &lt;p&gt;S    Du meinst Vetorecht der Notenbanken bei Tarifverhandlungen, Kopfgeldzahlungen der Notenbank, festes Gehalt für die öffentlichen Hände und Verfügungsrecht der Notenbank über die Steuereinnahmen? &lt;p&gt;T    Eben das. &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21434845-6662082596296071478?l=josttrier.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://josttrier.blogspot.com/feeds/6662082596296071478/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=21434845&amp;postID=6662082596296071478' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21434845/posts/default/6662082596296071478'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21434845/posts/default/6662082596296071478'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://josttrier.blogspot.com/2008_12_01_archive.html#6662082596296071478' title=''/><author><name>Jost Trier</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15496612910249434710</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
