Antizyklische Geldschöpfung
von
Jost Trier
Fassung vom 07.03.2013
Realwirtschaft und Geldwirtschaft im Euroraum
Die realwirtschaftliche Lage im Euroraum leidet seit Jahren unter zwei selbst verschuldeten Übeln: Erstens ist dies die Unterwerfung autark gebliebener Staaten mit extrem unterschiedlichem industriellen Entwicklungsstand unter die eine Währung. Das führt zwangsläufig zu großen Problemen, die aber viel leichter zu handhaben wären, wenn nicht der zweite Punkt hinzukäme: die mittlere Konjunktur im Euroraum ist schlecht. Viele Menschen können nicht angemessen am Wohlstand im Währungsgebiet teilnehmen, da sie keine Arbeit oder Ausbildung finden. Schon seit zwei Jahren findet die Hälfte der spanischen Jugendlichen keine Arbeit mehr. Dies wird von den Betroffenen zu Recht als Scheitern unsrer demokratischen Staaten angesehen und wird sich übel rächen. Wer vom System ausgeschlossen wird und sich nicht einbringen darf und am Wohlstand teilnehmen darf, der wird zum Hass gegen dieses System erzogen, dem ist auch längst gleichgültig, ob das, was er als System empfindet, die Banken sind oder der demokratische Staat ist. Es ist diese Ansammlung von sozialem Sprengstoff, die jede Überlegung rechtfertigt, wie die Wirtschaft wieder in gang zu bringen ist, auch wenn die Grundlagen unsrer Geldwirtschaft in Frage gestellt werden. Es ist ein Irrglauben, wir könnten in Deutschland auf einer Insel der Seligen leben, während um uns herum alles zusammenbricht. Die Hölle lässt sich nicht eingrenzen, auch nicht durch die teilweise oder gänzliche Aufgabe unsrer gemeinsamen Währung.
Der wirtschaftliche Niedergang im Währungsgebiet muss aktiv und nicht abwartend angegangen werden. Sich auf die vielen Fehler anderer in der Vergangenheit zu berufen, nützt niemandem. Aus einer relativ guten Lage der eigenen Wirtschaft ermahnen deutsche Tugendwächter die Defizitstaaten, sie müssten ihren Gürtel enger schnallen, bis sie ihre Schulden abgebaut haben. Dies mag für jede brave Hausfrau selbstverständlich sein, für Staaten und die zuständige Zentralbank führt diese Anpassung der Realwirtschaft an die restriktiven Vorgaben der Geldpolitik in Verarmung, wie wir sie heute in Griechenland, Spanien und Portugal erleben. Das darf aber auf keinen Fall das Ziel von Geldpolitik sein. Darüber hinaus treibt man mit der Lähmung der Realwirtschaft die Staaten erst recht in die Zahlungsunfähigkeit. Alle Geldwirtschaft, soll sie überhaupt einen Sinn haben, muss darauf gerichtet sein, die Realwirtschaft optimal mit Geld zu versorgen, sie auf keinen Fall zu behindern. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat aber seit Einführung des Euro nicht das dafür nötige Geld bereitgestellt, sie sieht das nicht einmal als ihre zentrale Aufgabe, obwohl nur sie diese Aufgabe lösen könnte.
Seit Einführung des Euro wucherte die Realwirtschaft mit ständig neuen Erfindungen und Handelsverbindungen erfreulich munter weiter, und was an Geld, nicht nur beim Verbraucher, sondern auch sonst im System fehlte, wurde durch Schulden machen geschöpft. Realwirtschaftlich lief alles gut, geldwirtschaftlich aber geriet man in die Schuldenfalle. Da heraus zu finden, ist ein geldwirtschaftliches, kein realwirtschaftliches Problem und muss mit den Mitteln der Geldwirtschaft, also auf keinen Fall durch „Gürtel enger schnallen“ gelöst werden. Die Realwirtschaft muss weiter wuchern dürfen, das Rezept, das für jeden einzelnen in der Überschuldung gilt, den Gürtel enger zu schnallen, führt für Volkswirtschaften in den realwirtschaftlichen Untergang. Die Realwirtschaft ausbremsen mit allen Folgen von Arbeitslosigkeit, Industrieruinen, verzweifelter Bevölkerung, Revolten und Krieg, das muss verhindert werden. Es kann auch verhindert werden, indem die Geldschöpfung auf eine andere Basis gestellt wird.
Natürlich ist die besonders hohe Verschuldung der öffentlichen Hände ein Problem, das im Verteilungskampf innerhalb der einzelnen Staaten gelöst werden muss, wie auch immer. Die hohe Verschuldung des Euroraumes als ganzes ist aber ein Problem der Geldschöpfung, und für diese ist die EZB verantwortlich, ob sie sich hinter ihrem Mandat, für Preisstabilität sorgen zu müssen, versteckt oder nicht. Sie ist die einzige in Frage kommende Institution. De facto haben die EZB und ihre Vorgänger sich dieser Aufgabe auch nie ganz verschlossen, sie haben bei drohender Depression die Zinsen gesenkt um die Wirtschaft zu fördern. Das haben sie sogar auch dann getan, wenn die Verbraucherpreise nicht völlig stabil waren. Die Großmutter der EZB, die Bank Deutscher Länder, hat zur Einführung der D-Mark Kopfgeld gezahlt, ohne irgend jemanden mit Schulden zu belasten, was ganz gegen alle Grundsätze solider Geldpolitik verstieß. Aber genau dieses großartige Manöver setzte das Wirtschaftswunder in gang. Heute hat die EZB mit so niedrigen Zinsen wie nie ihr möglichstes getan, wie sie meint, aber sie könnte weit mehr tun, und die Staaten würden es ihr danken.
Was ist Geld?
Will man heutiges Geld vernünftig definieren, dann so:
„Geld ist Gutschein auf Teilnahme am Wohlstand im Währungsgebiet.“
Der Gutschein selbst besteht heute meistens nur aus einigen Bits im Computer und ist völlig wertlos, kann also ohne Arbeitsaufwand in Massen hergestellt oder vernichtet werden. Das ist der entscheidende Unterschied zur Goldwährung. Mit Goldwährung (gleich ob mit Goldmünzen bezahlt wird oder mit Papiergeld, für das eine bestimmte Goldmenge garantiert wird) wäre die segensreiche Entwicklung der letzten 200 Jahre in den Industriestaaten nicht möglich gewesen. Den rasch wachsenden realen Werten musste eine rasch wachsende Geldmenge gegenüber stehen, sonst wäre trotz reichen Angebotes der Absatz blockiert gewesen. Der niedrige Zins, mit dem die EZB heute Geld an die Geschäftsbanken ausgibt, fördert die Realwirtschaft leider nicht im nötigen Maße. Die Geschäftsbanken müssen in Zeiten schwacher Konjunktur stets das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers bedenken und zum Ausgleich hohe Zinsen nehmen, was natürlich wiederum die Konjunktur schwächt. Dieser logische Zirkel, der zu weiterer Depression führt, wird durch niedrige Zinsen der Zentralbank nicht unterbrochen, wohl aber hätte Kopfgeldzahlung an die Verbraucher diese Wirkung. Der Absatz von Waren und Dienstleistungen hängt nämlich nicht von der Gesamtmenge des Geldes (gemeint ist etwa M3), sondern nur von der Geldmenge ab, die in Händen der Verbraucher ist. Allein der Endverbraucher rechtfertigt durch seine Nachfrage die Kreditaufnahme durch die vorgelagerten Handels- und Produktionsbetriebe und setzt so, zusätzlich zum gezahlten Kopfgeld, kreditgeschöpftes Geld frei. Damit ist die Gefahr der Depression abgewendet und die Wirtschaft kann auf weiteres Kopfgeld verzichten.
Kopfgeld an die Verbraucher unterbricht den Zirkel zu zunehmender Depression, aber jeder, der wirtschaftlich denkt, glaubt, dass Kopfgeld nach Überwindung der Rezessionsgefahr zur Inflation führen muss. Das ist aber nur der Fall, wenn die Zentralbank keine Möglichkeit hat, das gezahlte Kopfgeld bei gut laufender Konjunktur zurück zu holen. Mit Kopfgeld ist z.B. folgendes gemeint: Die EZB zahlt, ohne Zinsen oder Rückzahlung zu verlangen, 100,- € in jedem Monat an jeden Staatsangehörigen im Euroraum und das so lange, bis die Konjunktur wieder in gang kommt. Das Kriterium für eine gut laufende Konjunktur könnte etwa eine mittlere Arbeitslosigkeit im Euroraum von weniger als 5% sein.
In Deutschland bedeutet das hohen Arbeitskräftemangel, in Griechenland gerade noch auskömmliche Lebensmöglichkeit, besser geht es im heterogen zusammengesetzten Euroland nicht. Der augenblickliche Zustand, dass Griechenland endlos mit immer neuen Krediten gefüttert wird, hat sowieso keine Zukunft. Wer Griechenland helfen will, muss einen Länderfinanzausgleich im Euroraum einrichten. Wer Griechenland nicht helfen will, muss ihm den Kredithahn schließen, womit Griechenland zur Gründung einer eigenen Währung gezwungen wäre. In beiden Fällen muss Griechenland ein Großteil seiner Schulden erlassen werden, andernfalls würde das Land verelenden und könnte seine Schulden erst recht nicht bezahlen. Eine solche Entwicklung würde voll den wohlhabenderen Staaten des Euroraumes zur Last gelegt werden, leider ist das schon heute der Fall.
Steuerung der Gesamtwirtschaft im Währungsraum durch angepasste Geldschöpfung
Geld ist heute nur Gutschein auf Teilnahme am Wohlstand im Währungsgebiet. Die Gutscheine selbst sind wertlos. Es ist für einen denkenden Menschen unbegreiflich, dass es unmöglich sein soll, die Menge dieser Gutscheine, die sich in Verbraucherhand befinden, und die damit nachfragebestimmend sind, so zu dosieren, dass die Realwirtschaft im Währungsgebiet optimal funktioniert, das heißt so gut funktioniert, wie es ohne gravierende Inflation möglich ist. Ein Vorschlag für eine solche antizyklische Geldschöpfung sei hier skizziert.
Die EZB zahlt so lange Kopfgeld, bis die Wirtschaft wieder gut läuft. Natürlich würde das eingezahlte Kopfgeld anschließend inflationär wirken. Es muss deshalb vor der Kopfgeldzahlung sicher gestellt werden, dass bei gut laufender Konjunktur die EZB Geld in dem Maße aus der Wirtschaft wieder abziehen kann, wie sie es vorher als Kopfgeld in die Wirtschaft gepumpt hat. Zu diesem Zweck bietet sich an, dass der gesamte Komplex der Steuereinziehung an die EZB übertragen wird. Die EZB vernichtet das eingezogene Geld (Geld ist wertloser Gutschein, die Vernichtung bedeutet keinerlei Wertvernichtung). Sie zahlt dann mit neu geschöpftem Geld ein festes Gehalt an die Staaten, dies ist völlig unabhängig vom eingenommenen Steuergeld. Die Höhe dieses Gehalts kann anfangs z.B. gegeben werden durch die Höhe der Steuereinnahmen eines jeden Staates aus dem Jahr 2007 zusätzlich etwa 10 % Inflationsbereinigung. Später kann dieses Gehalt mit der EZB ausgehandelt werden. Erst nachdem dies vertraglich zwischen den Staaten und der EZB geregelt ist, kann die EZB mit der Kopfgeldzahlung und der Gehaltszahlung für die Staaten beginnen.
Das allgemeine Wirtschaftswachstum wird dafür sorgen, dass die zu vernichtenden Steuereinnahmen der EZB von Jahr zu Jahr steigen, während die Gehälter für die Staaten konstant bleiben. Tendenziell vermindert sich so die Inflationsgefahr. Das beschriebene Verfahren widerspricht bewusst dem heutigen Grundsatz aller Zentralbanken, dass es kein Geld geben darf ohne entsprechende Schuld (Geldschöpfung als Nullsummenspiel). Dennoch wird dieses Ideal auf längere Zeit erreicht, da bei prosperierender Wirtschaft die Steuereinnahmen der EZB, die diese vernichtet, höher ausfallen als die Gehälter, die die EZB an die Staaten zahlt. Das in die Wirtschaft eingezahlte Kopfgeld ist also nach einiger Zeit wieder vernichtet. Insofern kann man sagen, dass in das bisherige System der Geldschöpfung ein neuer freier Parameter eingeführt wird, nämlich der Zeitabstand zwischen Geldschöpfung und Rückforderung durch die EZB. Durch diesen Parameter wird eine weit bessere Anpassung der Geldschöpfung an die Erfordernisse der Realwirtschaft ermöglicht, als wenn dieser Parameter konstant Null ist. Dieses System bleibt auch ohne Wirtschaftswachstum funktionsfähig und kann sogar eine schon erfolgte Geldentwertung im Laufe der Jahre rückgängig machen. Letzteres geht allerdings nur, wenn ein anderes Problem gelöst wird, das ist die schleichende Inflation, die uns schon vom Anfang der D-Mark her begleitet. Sie ist eine Folge der Tarifautonomie und könnte nur behoben werden, wenn die EZB als dritte Partei bei den Tarifverhandlungen ein Vetorecht erhielte, aber das brennt uns z.Zt. nicht auf den Nägeln.
Vergleicht man die obige Art der Geldschöpfung mit der heute üblichen, dann erscheint die heutige zwar bemüht, konjunkturelle Schwankungen auszugleichen, aber sie ist in diesem Bemühen schwer behindert durch Regeln, die sich die Zentralbanken gaben, um den schwierigen Übergang aus der Goldwährungszeit meistern zu können. Zu diesen Regeln gehört insbesondere, dass dem ausgegebenen Geld immer ein entsprechender Gegenwert in Händen der Zentralbank gegenüber stehen muss, einst Gold, heute Wertpapiere (z.B. verbrieftes Eigentum an Grundstücken) oder Bestände an Fremdwährungen. Dass dies eigentlich überflüssig ist, wird heute offenbar von der EZB auch eingesehen, sonst wäre unerklärlich, dass sie wertlos gewordene griechische Staatspapiere gegen gutes Geld kauft. Sie tut das im Bemühen, die mittlere Konjunktur im Euroraum zu beleben, hat aber keine Möglichkeit, das so geschaffene Geld wieder aus der Wirtschaft abzuziehen. Damit öffnet sie die Schleusen zur Inflation, was immerhin besser ist, als die Realwirtschaft weiter abzuwürgen. So wird aber der Euro und damit sein Kern, die D-Mark, zur Lira. Eine konsequent antizyklische Geldschöpfung wie die oben beschriebene könnte dies verhindern.
Beschränkung auf einzelne Staaten
Die hier dargestellte Geldschöpfung ist für den ganzen Währungsraum gedacht. In dieser Form wirkt sie wirtschaftsfreundlich und inflationshemmend. Ihre Einführung würde aber auf vielerlei Bedenken und Ängste stoßen. Dennoch rechtfertigen die grauenvollen Alternativen solche theoretischen Entwürfe wie diesen. Wahrscheinlich würde die teilweise Einführung innerhalb des Euroraumes, z.B. nur in Griechenland, sehr viel wohlwollender aufgenommen werden. Ob das aber funktionieren könnte? Darüber sollte man nachdenken und eventuell einen Versuch wagen.
Einwände
Der Vorschlag ist nicht realisierbar, kein Staat wird auf seine Steuereinnahmen verzichten, um sie der EZB zur Vernichtung zu überlassen.
Solche Argumente sind nur von unaufmerksamen oder gar böswilligen Lesern zu erwarten.
Noch mehr Macht nach Europa, in diesem Falle auf die Zentralbank übertragen, das kommt für mich nicht in Frage. Sie befürworten einen massiven Eingriff der EZB in das Haushaltsrecht der Staaten.
Entweder man glaubt daran, dass Europa nur als ganzes die Kraft hat, im Konkurrenzkampf der Welt zu bestehen, dann wird man mehr Macht an Brüssel oder in diesem Falle Frankfurt abgeben müssen (was sicher zu Recht die langfristige Politik Deutschlands ist), oder man glaubt daran nicht, dann sollte man den Zerfall des Euroraumes anstreben und die Macht wieder den Staaten überlassen. Die hier zkizzierte antizyklische Geldschöpfung wäre in den Einzelstaaten mit eigenen Währungen weitaus leichter durchzuführen als im Euroraum als ganzes.
Die bisherige Methode, Geld nur gegen Kredit zu geben, hat u.a. den Sinn, Guthaben z.B. zur Alterssicherung bilden zu können. Geld ohne entsprechenden Kredit beschränkt diese Möglichkeit.
Der normale Bankbetrieb mit Guthaben und Schulden bleibt durch die Kopfgeldzahlungen unberührt. Sicher wird es Auswirkungen auf den allgemeinen Geldmarkt geben, die sind aber viel leichter zu ertragen als das „weiter so“, also den Zusammenbruch ganzer Volkswirtschaften in Kauf zu nehmen.
Eine gleichmäßig gut funktionierende Wirtschaft ist gar nicht erstrebenswert. Krisenzeiten sind Zeiten, in denen den Menschen wieder bewusst wird, in welchem ungeheuer empfindlichen Netz wirtschaftlicher Abhängigkeiten wir leben, in denen das Elementare des Lebens, Hunger und Fortpflanzung, wieder zur Geltung kommen.
Das stimmt, aber Krisenzeiten entwickeln sich leicht zu Bürger- und anderen Kriegen. Die menschliche Vernunft bleibt dabei auf der Strecke, und wer gezwungen ist, unter solchen Bedingungen (siehe Syrien) zu leben, der wünscht sich nichts mehr, als die Rückkehr zur Vernunft.
Aber dieser wirtschaftliche Wirbel kann doch nicht immer weiter wuchern, wie viel Reklame soll denn noch unsre Briefkästen verstopfen, soll wirklich jeder seine Stretchlimousine fahren und mit diamantenbesetzter Rolex prahlen?
Nein, wir müssen darauf vertrauen, dass die Menschen diesen Irrsinn letztlich gar nicht wollen. In einer Demokratie muss sich dieser Wille aber von unten her durchsetzen. Das geschah schon einmal, als die Gewerkschaften nicht höheres Einkommen, sondern mehr freie Zeit forderten: „Am Samstag gehört Vati mir!“. Die Banken (einschließlich der Zentralbank) haben in einer Demokratie nicht das Recht, den Menschen Armut und Elend aufzuzwingen.
Verzeihen Sie dem Verfasser hier ein „Plagiat“, denn der Autor ist unauffindbar. Die kleine Geschichte aus dem Internet erfasst im Kleinen genau, was oben im Großen beschrieben wurde:
Ein deutscher Tourist kommt in ein griechisches Dorf und würde gern dort übernachten. Er geht in die lokale Pension und bittet den Chef, sich mal die Zimmer angucken zu dürfen. Der Chef gibt ihm mehrere Schlüssel. Als Pfand bzw. Sicherheit legt der Tourist 100 Euro auf den Tresen und geht nach oben. Der Pensionsvermieter nimmt die 100 Euro und geht damit zum Bäcker, wo er seine Schulden bezahlt. Der Bäcker freut sich über das Geld, nimmt die 100 Euro, läuft zum Fleischer und bezahlt dort seine Schulden. Der Fleischer, der gern mal am Glas nippt, geht mit den 100 Euro ins Wirtshaus und bezahlt seinen Deckel. Der Wirt nimmt die 100 Euro, geht um den Tresen herum und gibt das Geld der Dorfhure, die ihm in schlechten Zeiten mal einen "Gefallen" getan hatte. Die Nutte nimmt die 100 Euro, läuft zur Pension, wo sie ab und zu mal ein Zimmer für ihre "Dienste" gemietet hatte und zahlt dem Pensionswirt ihre 100 Euro Schulden zurück. In dem Moment kommt der Tourist die Treppe herunter, gibt dem Pensionschef die Schlüssel zurück, sagt ihm, er hat es sich überlegt, nimmt die 100 Euro Pfand zurück und geht.
Die Moral von der Geschichte: Es wurde nichts produziert, es wurde nichts geleistet, aber alle sind ihre Schulden los und machen weiter wie bisher.
Übernommen aus: http://21stcenturyfox.blog.de/2011/11/03/geldfluss-geldschoepfung-12114030/